Prozess : Kunstfälscher legen Geständnis ab

In dem spektakulären Kunstfälscher-Prozess um die vermeintliche Sammlung Jägers hat der Hauptangeklagte ein umfangreiches Geständnis abgelegt. „Alle Bilder habe ich allein gemalt“, sagte Wolfgang B. am Dienstag vor dem Kölner Landgericht. Er habe die Entscheidungen getroffen, wie und wo und zu welchen Preisen die Bilder verkauft werden sollten.

Den vier Angeklagten wird vorgeworfen, fast 50 Fälschungen von Avantgarde-Künstlern in den Kunstmarkt geschleust zu haben. In einem der größten Kunstfälscher-Prozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte können die vier Angeklagten nun mit milderen Urteilen und einem kurzen Verfahren rechnen. Das Landgericht Köln hatte den Beschuldigten zuvor Gefängnisstrafen von höchstens sechs Jahren und die Einstellung der weiteren Ermittlungen in Aussicht gestellt. Voraussetzung seien Geständnisse, die zur „rückhaltlosen Aufklärung“ und Erhellung der Hintergründe der Vorwürfe beitrügen, sagte der Vorsitzende Richter Wilhelm Kremer.

Den sogenannten Deal hatten das Gericht, Staatsanwälte und Verteidiger zuvor ausgehandelt. Das Quartett soll über Jahrzehnte hinweg mindestens 47 gefälschte Werke von Avantgarde-Künstlern des beginnenden 20. Jahrhunderts in den internationalen Kunstmarkt geschleust und fast 16 Millionen Euro kassiert haben. Dafür leisteten sie sich laut Anklage einen luxuriösen Lebensstil. International bekannte Auktionshäuser und namhafte Kunstexperten fielen auf die Fälschungen von Werken von Max Pechstein, Max Ernst und Heinrich Campendonk herein. (dpa)

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