Raddatz Nachfolge : Vierthaler wird Chef der Berliner Opernstiftung

Georg Vierthaler wird neuer Generaldirektor der Stiftung Oper in Berlin. Damit gibt es eine interne Lösung. Vierthaler hatte die Stiftung früher bereits kommissarisch geleitet.

Frederic Hansen

Georg Vierthaler wird neuer Generaldirektor der Stiftung Oper in Berlin. Er ist mit der Materie vertraut, es ist eine interne Lösung. Vierthaler war bereits von 1994 bis 2008 Geschäftsführender Direktor der Berliner Staatsoper und hatte eine Zeitlang kommissarisch auch die Leitung der Opernstiftung inne. Die Stiftung ist die Dachorganisation für die drei Berliner Opernhäuser – Staatsoper, Deutsche Oper, Komische Oper – , außerdem für das Staatsballett und den Bühnenservice. Vierthaler wird die Geschäftsführung des Staatsballetts behalten, diejenige des Konzerthauses am Gendarmenmarkt hingegen gibt er ab. Dies teilte die Senatskanzlei am Montag mit. Vierthaler löst den bisherigen Generaldirektor der Stiftung, Peter F. Raddatz, zum 1. August ab, der wie angekündigt im Herbst die kaufmännische Geschäftsführung des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg übernimmt.

Vierthaler hatte die Staatsoper Unter den Linden im Streit mit dem damaligen Intendanten Peter Mussbach verlassen. Der Kulturmanager wurde 1957 in Oberbayern geboren. Nach dem Studium in Landshut fand der Betriebswirt seine erste Anstellung als Verwaltungsdirektor beim Münchner Volkstheater. Zehn Jahre später wechselte er ans Tübinger Landestheater und von dort nach Berlin. Er gilt als umgänglich und kompetent und gehört zu den intimsten Kennern der kulturpolitischen Verflechtungen in der Hauptstadt. In seinen 14 Jahren an der Staatsoper hat er den Umbau von der einstigen DDR-Institution zu einem modernen Musiktheaterbetrieb maßgeblich vorangebracht und den Künstlern den Rücken freigehalten. Für die Leitung der Opernstiftung empfiehlt er sich, da er über diplomatisches Geschick verfügt. In der schwierigen Konstruktion mit drei Opernhäusern und ihren künstlerischen Köpfen kann er sich als ausgleichende Kraft bewähren. F. H.

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