Kultur : Rat an Radunski

F.H.

So einig waren sich große Koalition und Opposition in dieser Legislaturperiode selten: Die Berliner Symphoniker müssen gerettet werden.Bei der gestrigen Sitzung des Kulturausschusses im Berliner Abgeornetenhaus schlug dem Plan des Kultursenators Peter Radunski, die Subventionen für das Orchester zum Ende der Saison 1998 / 99 ersatzlos zu streichen, einstimmiger Protest entgegen.Immer wieder wurde er auf den Beschluß der Abgeordneten von 1993 hingewiesen, in dem eindeutig eine "dauerhafte Sicherung" der Berliner Symphoniker gefordert worden war.Eine Galgenfrist von vier Jahren sei damit nicht gemeint gewesen, mahnte Nikolaus Sander von der SPD an, und Uwe Dähn von den Bündnisgrünen drohte: "Wenn der Beschluß von 1993 nicht berücksichtigt wird, dann muß notfalls eben ein neuer her." Der Abgeordnete Pistor (CDU) forderte Radunski dazu auf, die übrigen Berliner Orchester zur Solidarität mit den Berliner Symphonikern bewegen.

Genau aber da liegt für den Kultursenator das Problem: Nachdem er sich selbst als Symphoniker-Sympathisant geoutet und sich ausdrücklich bei den Ausschußmitgliedern für ihren Widerstand gegen sein Vorhanben bedankt hatte, betonte er, es bestehe seiner Meinung wenig Hoffnung, daß die Musiker sich zur Rettung ihrer Kollegen zum Verzicht auf weitere Privilegien bereitfänden.Dennoch werde er am Freitag noch einmal mit den Intandanten sprechen.Als gangbarer Weg erscheine ihm derzeit, durch gemeinsame Kraftanstrengung aller Fraktionen im Hauptausschuß Finanzen aus irgendwelchen anderen Töpfen doch noch die sechs Millionen zur Finanzierung des Orchesters zusammenzukratzen.

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