Kultur : Rat für die Künste: Thobens letzter Notruf

Der Rat für die Künste bedauerte in einer gestern verbreiteten Erklärung den Rücktritt Christa Thobens und bescheinigte ihr "Gradlinigkeit", einen "intelligenten und beherzten Zugriff auf die Kernprobleme" und eine "warmherzige Offenheit gegenüber den Vertretern der kulturellen Szene". Sie habe auf einen "in Berlin ungewöhnliche Politikstil" hoffen lassen. Ihr Scheitern, so der wichtigste Interessenverband der Berliner Kultur weiter, beschreibe "den verwahrlosten Zustand der Berliner Kulturpolitik". Wörtlich heißt es: "Es war für alle erkennbar, dass sie (die Kultursenatorin, Anm. d. Red.) von den politisch Verantwortlichen in der entscheidenden Frage der Höhe des Kulturetats im Stich gelassen wurde." Der Rat forderte den Regierenden Bürgermeister Diepgen auf, Verantwortung zu übernehmen. In fünf Punkten fasste das Gremium die anstehenden Reformaufgaben zusammen: Der Haushalt des Kulturetats müsse entschuldet und ab 2001 um 0,2 Prozent des Berliner Jahreshaushalts angehoben werden, was seiner politischen und wirtschaftlichen Bedeutung entspreche. Außerdem müsse mit dem Bund eine Vereinbarung über die Mitwirkung bei der Finanzierung von Berliner Kultureinrichtungen getroffen und ein "Konzept für die völlige Neuordnung der Berliner Kulturlandschaft" erarbeitet werden. Ohne diese Klärung, heißt es in der Erklärung, "wird es unmöglich sein, eine sachverständige und integre Persönlichkeit für diese Aufgabe zu finden."

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