Kultur : Rau: Goethe-Institut Herzstück der Kulturpolitik

Bundespräsident Johannes Rau hat das Goethe-Institut als Herzstück der auswärtigen Kulturpolitik gewürdigt. Zu den drohenden Sparmaßnahmen für das Institut wollte er nichts sagen, "die bewerte ich nicht", sagte Rau am Donnerstag in München. Es sei falsch verstanden, wenn man Kulturpolitik allein als Antrieb für Wirtschaftspolitik betrachte, betonte er aber.Zwei Wochen nach seinem Amtsantritt besuchte Rau Bayern und dabei zuerst das Goethe-Institut. "Ich wollte mir ein realistisches Bild von der Arbeit des Goethe-Instituts machen", sagte der Bundespräsident nach dem Besuch der Mitgliederversammlung. Nach den Plänen des Bundesfinanzministeriums sollen beim Goethe-Institut 15 Millionen Mark eingespart werden. Die zweimal im Jahr tagende Mitgliederversammlung des Goethe-Instituts beschäftigte sich mit den geforderten Einsparungen bei der auswärtigen Kulturpolitik. Sie will Vorschläge erarbeiten, die Anfang August mit dem Auswärtigen Amt beraten werden sollen.Mit Hinweis auf die Bonner Sparpläne hatte der Präsident des Goethe-Instituts, Hilmar Hoffmann, eine Zusammenlegung von in der auswärtigen Kulturpolitik tätigen Unternehmen vorgeschlagen. Dies wurde von den betroffenen Organisationen wie Inter Nationes bisher strikt abgelehnt. Der nicht öffentlich tagenden Mitgliederversammlung gehören 52 Repräsentanten des kulturellen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens der Bundesrepublik an.Nach den Bonner Sparplänen müßte das Goethe-Institut bis zu 30 Einrichtungen schließen. Insgesamt verfügt das Goethe-Institut über 135 Kulturinstitute im Ausland und 18 in Deutschland, der Jahresetat beträgt 360 Millionen Mark.

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