Kultur : Raubkunst? Streit um zwei Bilder von Canaletto

Die Bundesregierung und die Erben des von den Nazis verfolgten jüdischen Kunstsammlers Max Emden streiten um die Rückgabe von zwei Bildern des venezianischen Malers Canaletto. Die Anwälte der in Südamerika lebenden Erben fordern, die beratende Raubkunst-Kommission zur Schlichtung anzurufen. Die sogenannte Limbach-Kommission kann nur eingeschaltet werden, wenn beide Streitparteien dem zustimmen.

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte dazu, eine Rückgabe der Bilder komme nicht in Betracht. Es handele sich weder um „Raubgut“ noch um einen sonstigen „NS-verfolgungsbedingten Vermögensverlust“. Verkäufer und Gemälde hätten sich zum Zeitpunkt des Verkaufs im „sicheren Drittland“ Schweiz befunden. Nach Ansicht der Anwälte war der durch die Nazis finanziell ruinierte Hamburger Kaufmann Emden dagegen 1938 gezwungen, seine Kunstsammlung zu verkaufen. Das Bild „Karlskirche in Wien“ befindet sich als Leihgabe des Bundes im Museum Kunstpalast in Düsseldorf und das Gemälde „Der Zwingergraben in Dresden“ im Militärhistorischen Museum in Dresden. dpa

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