Kultur : Raumfahrt: Himmelslabor und sowjetischer Frieden

Eine feste Station im All war schon früh ein Projekt der Weltraumforscher - sowohl in den USA als auch in der damaligen Sowjetunion. Die beiden Vorgänger-Projekte der Internationalen Raumstation

Skylab: Von einem "Himmelslabor" träumten die Techniker der Nasa Ende der 60er Jahre. Zudem nahmen die Berater von US-Präsident Richard Nixon an, dass die Sowjets eine Raumstation entwickeln würden. "Skylab" war ausgerüstet mit Solarzellen, riesigen Teleskopen und einem großen Arbeitsabteil. Eine Saturn-V-Rakete transportierte 1973 Skylab in den Himmel. Dabei wurde das Labor jedoch schwer beschädigt. Später glang es zwei Astronauten, Reparaturen auszuführen. Nach mehreren Flügen zu Skylab kehrte die letzte Besatzung 1974 nach 84-tägigem Aufenthalt an Bord der Station zur Erde zurück. Danach trieb Skylab fünf Jahre unbemannt durch den Raum, bevor es 1979 unkontrolliert in die Atmosphäre stürzte. Eine Kuh wurde dabei getötet.

Mir: Die von den sowjetischen Weltraumtechnikern entwickelte Station Mir wurde im Februar 1986 in den Weltraum geschossen. Ursprünglich war sie von ihren Konstrukteuren nur für eine Lebensdauer von fünf Jahren konzipiert. Da jedoch das Geld für eine Nachfolgestation fehlte, blieb sie achteinhalb Jahre länger in Betrieb. Die 45 Meter lange und 30 Meter breite Raumstation umkreist die Erde in einer Höhe von 370 bis 397 Kilometern. 1997 krachte ein unbemannter Weltraumtransporter in die Station und beschädigte sie schwer, wenige Wochen später folgte ein Stromausfall. Pläne, die schrottreife "Mir" für kommerziellen Weltraumtourismus zu nutzen, erwiesen sich als kaum realisierbar. Die "Mir" soll demnächst durch einen kontrollierten Absturz entsorgt werden.

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