Kultur : Raumfahrt: Superisoliert

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Nicht die legendäre Teflonpfanne ist vom Himmel gefallen, dafür aber Wärmerohre, Photonenzählgeräte und sogar eine Miniaturpumpe, die ein Pandaweibchen mit Sexualhormonen versorgt. Wir, die Erdlinge, haben nämlich im ganz praktischen Sinne etwas von den Raumfahrtmissionen, auch wenn wir (noch) nicht zum Mond mitfliegen dürfen. Die Rede ist von den "Spin-offs", den Nebenprodukten der Raumfahrtindustrie. Die enormen Temperaturunterschiede auf dem Weg ins All haben zum Beispiel zur Entwicklung von superisolierenden Materialien geführt, die auch in Kühlschränken und Wintersportkleidung verwendet werden. Der Schutz der Astronauten vor schädlichen Sonnenstrahlen machte neue Verbundmaterialien nötig, die sich heute in unseren Kameralinsen finden. Die europäische Weltraumbehörde Esa unterhält sogar ein eigenes Firmenkonsortium, das Raumfahrtinnovationen auf irdische Branchen überträgt. Und nun zur guten alten Teflonpfanne: Sie ist entgegen hartnäckiger Gerüchte kein Kind der Raumfahrt. Schon 1938 hat ein französischer Chemiker jenen Kunststoff Teflon erfunden. Wegen seiner Hitzebeständigkeit, Gleitfähigkeit und Resistenz gegen Chemikalien stieg das Teflon Mitte der vierziger Jahre zum Geheimmaterial in der Atombombenproduktion auf. Erst viel später nutzte die Raumfahrt das Teflon und das Märchen von seiner Herkunft für Propagandazwecke.

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