Kultur : Rauschen der Wälder

FOLK

H.P. Daniels

Sehr blond und zierlich steht Cara Dillon im Zentrum der Quasimodo -Bühne. Schön anzusehen, und noch schöner anzuhören. „The Maid Of Culmore“, eine bittersüße Folkballade setzt zurückhaltend, ruhig und angenehm Ton und Stimmung für den Abend. Melancholische Geschichten über Freude und Schmerz. Klassische Themen irischer Folksongs. Cara interpretiert die Lieder derart zauberhaft mit ihrer kräftigen, klaren Stimme, dass ein hingerissenes Publikum ergriffen lauscht. Cara wird am Piano begleitet vom langjährigen Partner Sam Lakeman . Beide hatten sich in der Band Equation kennen gelernt. Die Plattenfirma wollte sie zum nächsten großen Pop-Ding aufpusten. Sam und Cara wollten das nicht, stiegen aus. Besannen sich auf ihre Liebe zur irischen Folkmusik. Sehr charmant erklärt Cara jeden Song mit entzückendem irischen Akzent. Gitarre, Schlagzeug, Bass kommen dazu. Und Uillean Pipes, im Wechsel mit Geige und Flöten. Der Sound wird kräftiger. Manchmal einen Tick zu viel, droht die stillen Arrangements zu erdrücken. Gemeinsam mischen sie kräftige jazzige Farben, um immer wieder ins sanfte Grün irischer Folktradition zurückzufinden. „There Were Roses“ ist ein leidenschaftliches Plädoyer für den Frieden in Irland. „Mountain River“ eine der fünf betörenden Eigenkompositionen Dillons und Lakemans vom neuen Album „Sweet Liberty“ (Rough Trade). Klug, das Konzertes kurz und kompakt zu halten: So wurde die Konzentrationsfähigkeit des Publikums nicht überfordert. Es blieb still und hat zugehört bis zum Schluss.

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