Kultur : Ray Bradbury: „Michael Moore ist ein Drecksack.“

-

Der US–Autor Ray Bradbury hat den Dokumentarfilmer Michael Moore scharf kritisiert, weil dieser für seinen Film „Fahrenheit 9/11“ seinen Romantitel „Fahrenheit 451“ benutzt habe. Gegenüber der Stockholmer Zeitung „Dagens Nyheter“ sagte der 83Jährige: „Michael Moore ist ein dämlicher Drecksack. Er hat meinen Titel geklaut und die Zahlen ausgewechselt, ohne mich um Erlaubnis zu fragen.“ In seinem 1953 erschienenen (1966 von Truffaut verfilmten) Science-Fiction-Roman hatte Bradbury eine Gesellschaft geschildert, in der Bücher verboten sind. Der Titel bezog sich auf die Temperatur, bei der Papier brennt. Moore ersetzte die Zahl durch das Datum der New Yorker Terroranschläge. Bradbury erläuterte, er habe den Dokumentaristen angerufen, den versprochenen Rückruf aber nie erhalten.

In die US-Kinos kommt Moores Film, der in Cannes mit der Goldenen Palme prämiert wurde, nach etlichen Kontroversen am 25. Juni. Walt Disney hatte der Tochter-Produktionsfirma Miramax den Verleih untersagt – wegen politischer Einseitigkeit. Die politisch stark engagierten Weinstein-Brüder kauften als Miramax-Chefs die Rechte an der Produktion daraufhin zurück. In Lions Gate Entertainment und IFC Films fanden sie nun Partner für den Verleih. IFC-Präsident Jonathan Sehring: „Dieser Film wird Debatten auslösen, aber unter anderem auf solchen Auseinandersetzungen wurde unser Land aufgebaut.“ dpa/Reuters

0 Kommentare

Neuester Kommentar