Kultur : Rechtschreibreform: Martin Walser will nicht zum Diktat bei der "Zeit"

Der Schriftsteller Martin Walser hat keine Lust, dem Aufruf der Wochenzeitung "Die Zeit" zu folgen, sich einem Diktat nach den alten Schreibregeln zu unterwerfen. "Die Zeit" hatte in ihrer jüngsten Ausgabe alle Schriftsteller, die sich für die Rücknahme der Rechtschreibreform einsetzen, am 23. August zur Prüfung nach den alten Regeln eingeladen. Die Ergebnisse des Diktats sollen dann in einer der nächsten Ausgaben veröffentlicht werden. Er wolle sich nicht in der alten Rechtschreibung prüfen lassen, erklärte der 73-jährige Schriftsteller. "Ich sehe nicht ein, dass ich mich noch einmal auf eine Schulbank setzen lassen soll", sagte Walser in der Hörfunk-Sendung "Kultur Aktuell" des Südwestrundfunks (SWR) in Baden-Baden. Auch Walser lehnt die neue Orthografie ab. In der SWR-2-Sendung betonte Walser, er beherrsche "nur die alte Rechtschreibung, und wenn ich Fehler mache, wie jeder andere Mensch, dann mach ich halt Fehler, aber das ist kein Argument für diese oder eine andere Rechtschreibung". Schriftsteller hätten es ohnehin einfacher als andere Bürgerinnen und Bürger, weil sie von der geltenden Rechtschreibnorm abweichen könnten, ohne dass ihnen dies vorgeworfen werde. "Wir sind keine Schüler und die Öffentlichkeit ist nicht unser Lehrer", so Walser.

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