REGGAE-DANCEHALLSeeed : Mannschaftsleistung

Jörg W,er

Konzerte in der Parkbühne Wuhlheide sind ein guter Gradmesser für die Popularität des auftretenden Acts. Wer es, wie neulich die Beatsteaks oder demnächst vermutlich Wir Sind Helden, schafft, das sanft ansteigende Rund des Amphitheaters mit seinen gut 17 000 Plätzen komplett zu füllen, gehört schon zu den ganz Großen in der einheimischen Popmenagerie. In der dünnen Star-Atmosphäre darüber gibt es in Berlin außer den unvermeidlichen Punk-Spaßvögeln Die Ärzte, deren drei Auftritte im kommenden Frühjahr schon fast ausverkauft sind, nur noch Seeed.

Die 1998 gegründete Reggae-Dancehall-Band hat den mittlerweile auch international bemerkenswerten Erfolg schon deshalb verdient, weil sie ihrer Heimatstadt mit „Dickes B“ eine kratzbürstige, seligmachende, trostspendende, partyrockende Hymne geschenkt haben, die man nun wirklich aus vollem Herzen mittoasten kann. Sollten Seeed, womit nicht nur Sänger Pierre Baigorry bereits geliebäugelt hat, tatsächlich einmal eine neue Vereinshymne für Hertha BSC einspielen, dürfte dies das leicht verschnarchte Image des Hauptstadtklubs in den Grundfesten erschüttern. Seine Fußball-Massentauglichkeit hat das elfköpfige Ensemble ohnehin schon letztes Jahr bei der WM-Eröffnungsfeier unter Beweis gestellt. Die nächste Herausforderung wäre demnach das vollbesetzte Olympiastadion. Und wer, wenn nicht die charismatischen Rhythmusmonster von Seeed, könnte die überdimensionierte Betonschüssel zum Kochen bringen können. Jörg Wunder

Kindl-Bühne Wuhlheide, Fr-So 24.-26.8., 18.30 Uhr, 28 € + VVK, Fr/Sa ausverkauft, für So noch Restkarten erhältlich

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