Kultur : Reich-Ranicki sieht sich von Lektüre-Qualen erlöst

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist froh, dass er künftig weniger - schlechte - Bücher lesen muss. Das "Literarische Quartett", seit März 1988 sechs Mal jährlich im Fernsehen und damit ein Dinosaurier unter den Talkshows, habe er zuletzt nur noch als Last empfunden, sagte der 81-Jährige am Sonnabend in Frank Elstners Talkshow "Menschen der Woche" im SWR-Fernsehen. Er habe "viele und viele schlechte Bücher lesen müssen,", sagte er, "das ist eine Qual". Seine neue Sendung im ZDF, die ab Januar monatlich ausgestrahlt werden soll, heiße "Marcel Reich-Ranicki solo".

Die letzte Ausgabe des "Literarischen Quartetts" findet am 14. Dezember auf Einladung des Bundespräsidenten in dessen Amtssitz, dem Berliner Schloss Bellevue, statt - nach insgesamt 77 Ausgaben und über 400 bejubelten oder auch vernichtend beurteilten Büchern. Zuletzt hatte die Sendung, erst belächelt, dann gefürchtet und in den späteren Jahren eine zwar geschätzte, aber auch langsam sich verbrauchende Institution, im Schnitt eine halbe Million Zuschauer. Vor gut einem Jahr, rund um das turbulente Ausscheiden der Kritikerin Sigrid Löffler, jahrelang die weibliche Kritikerstimme neben Reich-Ranicki und Hellmuth Karasek, war die Quote noch einmal zeitweise nach oben gegangen.

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