Kultur : Reich-Ranicki will Aussöhnung mit Walser und Fest

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Marcel Reich-Ranicki will sich mit Martin Walser und Joachim Fest aussöhnen. Der 85-jährige Literaturkritiker sagte auf einer Pressekonferenz anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin, dass er Martin Walser, träfe er ihn, fragen würde: „Gehen wir mal einen Schnaps trinken?“ Er sei zwar von Walsers Roman „Tod eines Kritikers“ tief getroffen, vor allem weil der Roman „so schlecht geschrieben“ sei, aber „ich bin immer zur Versöhnung bereit“. Reich-Ranicki wirft Walser vor, antisemitische Positionen zu vertreten. Walser fühlt sich und sein Werk von Reich-Ranicki ungerecht kritisiert. Mit dem Publizisten Joachim Fest zerstritt sich Reich-Ranicki über den Historikerstreit 1986. Reich-Ranicki sagte, dass er sich auch mit Fest aussöhnen wolle, obwohl dieser „allerlei törichtes Zeug“ über ihn verbreite. Fest weigere sich jedoch, mit ihm zu sprechen. Der in Frankfurt am Main lebende Reich-Ranicki gestand, dass er sich scheue, dass Holocaust-Mahnmal in Berlin zu besuchen. „Meine Eltern brauchen es nicht“, sagte Reich-Ranicki, dessen Familie von den Nazis ermordet wurde (Bericht folgt). lich

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