Kultur : Reinickendorf im Wandel der Geschichte

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Die Geschichte Reinickendorfs fasst ein Buch zusammen, in dem der Hobby-Heimatforscher Michael Zaremba Fakten und Anekdoten aus sechseinhalb Jahrhunderten zusammengetragen hat. Bereits nach der letzten Eiszeit vor rund 12 000 Jahren lagerten Rentierjäger an der Schmelzwasserrinne, die das Tegeler Fließ bildet. Um 1230 ließ der Markgraf Bauern aus Niedersachsen am Schäfersee ansiedeln, und weil der erste von ihnen Reinhardt hieß, erhielt die Siedlung den plattdeutschen Namen "Renekentorp" oder auch "Reynkendorp". Vom ältesten Mitglied der Dorfgemeinschaft, dem 1308 erstmals erwähnten Heiligensee, bis zum Märkischen Viertel als zehntem und jüngstem Ortsteil verläuft die Entwicklung des Bezirks, der erst mit der Bildung von Groß-Berlin in seiner heutigen Form entstand.

Wer weiß schon, dass ausgerechnet die Häftlinge im Tegeler Gefängnis die Fallbeile für die deutschen Guillotinen schmieden mussten? Oder dass die Mustersiedlung "Freie Scholle" in Waidmannslust von Gustav Lilienthal geprägt wurde? Die politische und soziale Entwicklung von Reinickendorf bildet ebenso ein eigenes Kapitel wie Gewässer und Wälder im Gegensatz zu Industrie und öffentlichen Einrichtungen. Ob Borsigwerke oder Borsigvilla, Konradshöher Idylle oder Flughafen Tegel, gerade die Einheit von Freizeit, Kultur und Arbeit macht die Attraktivität von Reinickendorf aus.Michael Zaremba: Reinickendorf im Wandel der Geschichte. be.bra-Verlag, Berlin 1999. 160 Seiten, 29,90 Mark

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