Kultur : Renovierung der Berliner Staatsoper kostet 100 Mio. Euro

Die dringend notwendige Renovierung der Staatsoper Unter den Linden wird mindestens 100 Millionen Euro kosten. Das ergab ein im Auftrag des Berliner Bausenators erstelltes Gutachten. 50 Fachleute prüften den technischen und baulichen Zustand des 260 Jahre alten, nach Kriegsschäden 1955 wiedereröffneten Opernhauses. Das Ergebnis: Die Substanz der Staatsoper ist schlechter als erwartet, der Spielbetrieb akut gefährdet. "Wir haben lediglich eine befristete Betriebsgenehmigung vom TÜV und vom Brandschutz, die jederzeit widerrufen werden kann", betonte der künftige Staatsopern-Intendant Peter Mussbach gegenüber dem Tagesspiegel. "Es regnet durchs Dach und im Keller steht das Wasser."

Aus dem "Aufbauprogramm Kultur in den neuen Länder" hatte die Staatsoper Ende rund 800 000 Euro erhalten, um eine "Zielplanung für die in den kommenden Jahren erforderlichen Baumaßnahmen" zu entwicklen. In den 100 Millionen Euro sind jedoch nur jene Arbeiten berücksichtigt, die nötig sind, um das Haus in einen baupolizeilich akzeptablen technischen Zustand zu versetzen. "Allerdings ist noch nichts zur Verbesserung der Akustik, zur Sitzplatzerweiterung und für die neue Technik eingeplant", sagte er derzeitige Intendant Georg Quander dem "Berliner Kurier". Dafür seien weitere 180 Millionen Euro nötig. "Mit der Veröffentlichung des Gutachten-Ergebnisses soll die Stadt aber nicht unter Druck gesetzt werden", unterstrich Mussbach. Er strebe innerhalb der kommenden 14 Tage ein Round-Table-Gespräch mit allen Betroffenen an. Wie die Renovierung finanzieren soll, ist unklar. "Ohne den Bund geht es hier nicht weiter", sagte Mussbach.

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