re:publica 11 : Aus der Netzwelt in die Welt

Was als Fachtagung begann, ist heute Schaufenster eines zentralen gesellschaftlichen Bereiches: der Netzwelt. Bei der fünften "re:publica" zeigen sich die Stars der Szene – und Themen, die das Internet endgültig in der Mitte der Gesellschaft platzieren könnten.

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Es ist viel passiert, das die Netzwelt betrifft, seit der letzten "re:publica" im Vorjahr: Erst wurde der so apostrophierte "Facebook"-Hype zum globalen Top-Thema, dann kam es zur Kontroverse um die Enthüllungsplattform "Wikileaks" und ihren Gründer Julian Assange. Es folgten die Unruhen in der arabischen Welt, die das Mikro-Blogging-System "Twitter" als Oppositionsmedium weltbekannt machten. In Berlin und Deutschland hatte das Netz zuletzt vor allem kritische Publicity: Auf die Kontroverse um den Dienst "Google Street View" im Vorjahr folgte in den letzten Wochen die Debatte um das Lästerportal "isharegossip.com".

"Das Thema ist breiter geworden", bestätigt auch "re:publica"-Mitorganisator und "Spreeblick"-Blogger Johnny Haeusler. Die Zeiten, als die "re:publica" Treffpunkt einiger Internet-Nerds und anderer speziell Interessierter gewesen sei, seien lange vorbei. "Wir haben bereits im letzten Jahr gemerkt, dass das Thema 'Kommunikation im Netz' inzwischen beinahe alle interessiert." Ein Indikator dafür ist auch der Zuspruch der "re:publica": Bereits Wochen vor der "Konferenz über Blogs, soziale Medien und digitale Gesellschaft", so der Untertitel der Veranstaltung, waren alle Drei-Tages-Tickets vergriffen.

Dass der diesjährige Verzicht auf ein Veranstaltungsmotto auf die zunehmende Allgegenwart des Themas "Internet" auch außerhalb der Netzwelt zurückzuführen ist, möchte Haeusler derweil nicht bestätigen: "Wir haben lange über verschiedene Varianten eines Slogans nachgedacht, der das Thema 'Grenzen' beinhaltet, aber etwas wirklich Zugkräftiges ist uns einfach nicht eingefallen." Offenbar geht es auch ohne - und das, ohne dass die Konferenz nach Aussagen ihrer Macher hektisch auf die Ereignisse des vergangenen Jahres reagieren muss: "Wir sind nah genug dran, um die großen Themen bereits zu erkennen, wenn andere sie noch nicht erkannt haben. Deshalb war das Thema 'Wikileaks' bei uns schon im vergangenen Jahr zentral", so Haeusler gegenüber dem Tagesspiegel. Trotzdem werde auch dieses Jahr werde wieder der Ex-Wikileaker Daniel Domscheit-Berg für einen Auftritt am Donnerstag erwartet. "Mit seinem Buch über Wikileaks und seiner neuen Plattform hat das nach wie vor Diskussionspotential."

Ein weiteres zentrales Thema sollen die Unruhen in der arabischen Welt sein: Mit der ägyptischen Bloggerin Noha Alef, die bereits zu Zeiten des Mubarrak-Regimes ein regimekritisches Blog betrieb, wird ebenfalls am Donnerstag eine der Akteurinnen des Widerstands zum Thema "Revolting in the time of New Media" sprechen. Haeusler: "Wir haben in diesem Jahr einen größeren Blick auf die Welt." Dazu trügen auch diverse Unterplattformen etwa über das Lernen mit dem Netz, die Bedeutung von Design und vor allem die wachsende Bedeutung von Videospielen im Alltag in Zeiten sozialer Netzwerke und Smartphones bei: "Dass viele Leute inzwischen nahezu konstant spielen, ist für uns ein großes Thema."

Der Tagesspiegel und Tagesspiegel Online werden die "re:publica" wie auch schon in den vorangegangenen Jahren redaktionell begleiten. Die Berichterstattung des Tagesspiegels wird dabei in diesem Jahr erstmals von der "Telekom" unterstützt. Diese ermöglicht es zwei Lesern im Rahmen eines von der "Telekom" gesponserten Twitter-Reporter-Feeds auf unserer Webseite von der "re:publica" zu berichten.

Und so geht das: Bewerben Sie sich mit einer aussagekräftigen Bewerbungs-Mail an republica@tagesspiegel.de. Wichtig: Sie sollten bereits jetzt eifriger Twitterer sein und Interesse an den Themen der "re:publica" haben. Mit etwas Glück berichten Sie dann, ausgestattet mit einem kostenlosen Festivalpass, drei Tage live als einer von zwei "Telekom Twitter-Reportern" von der größten Social-Media-Konferenz Deutschlands. Für die Zeit der Konferenz stattet Sie die "Telekom" zusätzlich mit einem aktuellen Smartphone aus. Alle Infos zu den Telekom Twitter-Reportern auf www.twitter-reporter.net.

Anmerkung der Redaktion: Die Inhalte unserer Berichterstattung in Artikeln und Interviews, mit denen wir die Konferenz neben dem Twitter-Feed begleiten, sind rein redaktionell und von keinen Unternehmensinteressen beeinflusst. Dieses scheint uns angesichts der jüngsten Kontroversen um gekaufte redaktionelle Inhalte notwendig zu erwähnen.

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