Restitution : Preußenstiftung gibt Crespi-Bild an Erbin zurück

Das um 1700 entstandene Werk des Bologneser Künstlers wurde in der Gemäldegalerie ausgestellt. Der Berliner Sammler Haussmann hatte das Gemälde während der Nazizeit verloren.

Crespi Foto: SPK
Crespis "Der Zug der Silen". -Foto: SPK

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat einer Erbin des jüdischen Kunstsammlers Fritz Haussmann das Gemälde „Der Zug des Silen“ des italienischen Barock-Malers Giuseppe Maria Crespi zurückgegeben. Das um 1700 entstandene Werk des Bologneser Künstlers befand sich im Bestand der Gemäldegalerie und war dort auch ausgestellt. Der Berliner Sammler Haussmann wurde als Jude in nationalsozialistischer Zeit verfolgt, was auch zum Verlust des Gemäldes geführt habe, so die Stiftung in einer Erklärung. Das in die Gemäldegalerie gelangte Werk sei 1945 von der Roten Armee beschlagnahmt, in die Sowjetunion gebracht, aber 1958 nach Ost-Berlin zurückgegeben worden. So sei es in die Rückerstattungs- und Wiedergutmachungsverfahren der Bundesrepublik in den 50er Jahren nicht mit einbezogen worden.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz befasst sich seit Beginn der 90er Jahre mit dem Thema Restitution ehemaligen jüdischen Besitzes. Sie restituiert Sammlungsobjekte im Einzelfall, insbesondere wenn ein verfolgungsbedingter, entschädigungsloser Verlust festzustellen ist. So wurden 2004 ein Mädchenkopf von Anselm Feuerbach sowie das Gemälde „Der Watzmann“ von Caspar David Friedrich zurückgegeben. Letzteres konnte aber durch Unterstützung der Deka-Bank als Dauerleihgabe der Nationalgalerie erhalten bleiben. Tsp

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