Kultur : Restitutionsstreit um Nolde-Gemälde

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Die Erben des jüdischen Kunstsammlers Ismar Littmann, Chaim und Ruth Haller aus Tel Aviv, und das Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg streiten sich über ein Gemälde von Emil Nolde. Der „Buchsbaumgarten“ von 1909 sollte als erste Angelegenheit die im Sommer gegründete deutsche EthikKommission zu Nazi-Raubkunst beschäftigen. Das Museum in Duisburg will jedoch nicht vor der Kommission erscheinen, die ihre Verhandlungen nur aufnehmen kann, wenn beide Parteien sie beauftragen.

Museen in Emden, Köln und Berlin hatten den Hallers in den vergangenen Jahren drei aus der Littmann-Sammlung stammende Werke von Otto Mueller und ein Ölgemälde von Alexander Kanoldt freiwillig zurückerstattet und dann durch Rückkauf wieder erworben. Das Museum in Duisburg lehnt jedoch ein ähnliches Verfahren hinsichtlich des Nolde-Bildes ab. Museumsdirektor Christoph Brockhaus erklärt, der Nolde sei 1935 von einem jüdischen Käufer „redlich“ erworben worden. Er wirft den Erben vor, eine „Drohkulisse aus Politik und Medien“ inszeniert zu haben. dpa

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