Retrospektive : Schiffe und Schlösser für Köpfe

Mal ist es ein Schiff und mal ein Schloss, mal ein Geweih und mal ein Abbild von David Beckham. Nein, gewöhnliche Hüte für den Alltagsgebrauch entwirft Philip Treacy nicht.

Düsseldorf - Vielmehr schafft er Kunstwerke und gilt damit als der Superstar unter den Hutdesignern. Rund 30 seiner Kreationen sind im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf zu sehen. "Jeder hat einen Kopf - also kann auch jeder einen Hut tragen", erklärt Treacy auf der Modemesse Igedo Fashion Fairs. "Es gibt niemanden, dem kein Hut steht, er muss nur zum Gesicht passen." Seine Hüte schmücken viele prominente Köpfe. Camilla Parker-Bowles etwa gehöre seit Jahren zu seinen Stammkundinnen, und auch die Popstars Madonna und Boy George oder Supermodels wie Naomi Campbell trugen schon einen "Treacy". Ascot-Besucher schätzen ihn für seine ausgefallenen Ideen.

Die in Düsseldorf gezeigten Hüte hat der Ire für seine Muse Isabella Blow angefertigt, eine einflussreiche britische Moderedakteurin. Die Ausstellung "When Philip Met Isabella" des London Design Museum wird bis zum 9. April erstmals in Deutschland gezeigt. Blow sei "eine ständige Quelle der Inspiration" für ihn, sagt Treacy. So entstand etwa das Modell "Castle", das auf Blows Familienwohnsitz in Doddingten zurückgeht, aber gleichzeitig an das Schloss Neuschwanstein in Bayern erinnern soll. Ein Hut mit dem Namen "Horns" aus schwarzem Satin imitiert die Hörner einer alten Schafrasse, von der Blow eine Herde besitzt.

Rund drei Monate braucht der 1967 geborene Designer, bis ein Werk fertig ist. "Seine Hüte sind einzigartig, wie ein eigenes Gemälde", schwärmt Blow. Treacy schaue sich seine Kunden längere Zeit genau an und entscheide dann, welcher Hut zu ihnen passt. "Es gibt viele Gründe, warum Leute Hüte tragen", sagt Treacy. Manche Menschen tun es als Schutz vor Kälte, manche aus Spaß, manche weil sie es müssen und manche einfach nur so. Ein Hut verändere das Gesicht. "Darum ist nichts individueller als ein Hut. Für mich gibt es nichts fantastischeres auf der Welt." (tso/dpa)

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