RETROSPEKTIVEFotografien von Eugène Atget : Licht und Schatten

Christina Tilmann

Allein schon die Liste derer, die für ihn gekämpft haben, verrät sein Format. Man Ray und Berenice Abbott, Walker Evans und Lee Friedlaender, Robert Desnos und Walter Benjamin betonten die Bedeutung, die Eugène Atget mit seinen Paris-Bildern für die Entwicklung der Fotografie gehabt hat.

Wenn nun im Martin-Gropius- Bau zum 150. Geburtstag des 1927 mit 70 Jahren verstorbenen Fotografen eine große Retrospektive mit 350 ausgewählten Motiven zu sehen ist, dann ist das nicht nur ein Höhepunkt der 20-jährigen Städtepartnerschaft Paris-Berlin. Es ist vor allem auch eine Hommage an einen Fotopionier, der wie kein anderer unser nostalgisches Paris-Bild geprägt hat.

Als Atget 1897 begann, die Straßen, Häuser, Geschäfte und Menschen in Paris zu fotografieren, waren seine Bemühungen auch von dem Wunsch geprägt, das zu bewahren, was verlorenzugehen drohte. Ganze Alben hat er zusammengestellt, zu Themen wie Pariser Wohnungen, Schaufenster oder Befestigungsanlagen. Atget fotografierte Häuser, die vor dem Abriss standen, fertigte soziale Studien aus den Randbezirken der Stadt an, von Obdachlosen, Prostituierten, Lumpensammlern, aber auch die kleinen Geschäfte, Straßenhändler, Jahrmärkte und Kirchweihfeste – ein Kleinstadtparis, das wir kaum noch mit der von Baron Haussmann geprägten eleganten Metropole des 19. Jahrhunderts verbinden. Atgets Bilder sind bedeutende Fotodokumente einer untergegangenen Zeit – die man doch bei jeder Parisreise wiederzufinden versucht. Christina Tilmann

Martin-Gropius-Bau, Fr 28.9. bis So 6.1.08, Mi-Mo 10-20 Uhr,

7 €, erm. 5 €

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