Kultur : Richard I.: Die Reichen und die Schönen: "Es begann im September"

Daniela Sannwald

Wasser, gelbes Laub und ein Kamerablick, der sich vom grauen Himmel herabsenkt, mitten in den Central Park hinein, zum See. Auf der Brücke steht ein schickes Paar, und er sagt zu seiner Gerade-noch-nicht-Ex: "Ich werde sowieso irgendwann mit dir Schluss machen, also können wir uns genauso gut auch jetzt trennen." Und dann verschwindet er, wehenden Mantels und Haarschopfs - und sie bleibt fassungslos zurück.

Richard Gere wieder frei! Für manche Kino-Zuschauerin bedeutet solche Szene das Paradies. Diesmal gibt er den Gastronomen Will Keane, vor dessen Gourmet-Tempel Models und Manager Schlange stehen und beinahe weinen, wenn sie keinen Platz mehr bekommen. Nicht zu dieser Gruppe gehört Charlotte Fielding: Die Hutmacherin feiert ihren 22. Geburtstag, und Will Keane, der zum Plaudern an den Tisch kommt, findet sie süß. Und umgekehrt. Und los geht die Romanze in der Welt der Reichen und Schönen New Yorks, mit Manhattan als großartigster Thanksgiving-, Halloween- und Vorweihnachtskulisse der Welt. Doch ach, Charlotte ist krank, herzkrank ...

Winona Ryder ist Charlotte, weiß gepudert und weich gezeichnet - und wieder muss die nun fast 30-Jährige den scheuen Teenager spielen: stammelnd, kichernd und errötend. Und da Joan Chen die ätherisch-fragilen Qualitäten ihrer Protagonistin hervorhebt, in dem sie sie mit Papierlaternen, Mobiles und schließlich sogar dicken Schneeflocken umgibt, wirkt Richard Gere neben ihr nicht nur viel zu alt, sondern auch entsetzlich plump. Und das hat er nun wirklich nicht verdient.

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