Kultur : Richters Gemälde für 340 000 Euro versteigert

Gerhard Richters Gemälde einer Rheinansicht mit Industriekulisse ist im Berliner Auktionshaus Bassenge für 340 000 Euro versteigert worden und damit für 190 000 Euro mehr als ursprünglich taxiert. Das Werk hatte im Vorfeld für Aufsehen gesorgt, denn das 1962 entstandene Bild war erst kürzlich von der langjährigen Besitzerin als Gemälde des Malerstars erkannt worden (s. Tsp. vom 1. Dezember). Zudem lehnt Richter dessen Aufnahme ins offizielle Werkverzeichnis ab, da es aus seiner Frühphase stammt. Diese Arbeiten erkennt er nicht an. Bei der Versteigerung boten zahlreiche Interessenten aus dem Ausland mit, allein acht Telefone waren in den Saal zugeschaltet. Am Ende lieferten sich ein Amerikaner, ein Belgier und ein Franzose ein Bietergefecht. Der belgische Sammler machte das Rennen. Für das Auktionshaus lief auch sonst die Moderne-Auktion gut mit einer Bilanz von insgesamt 1,9 Millionen Euro. Mit einer kleinen Tier-Skulptur der expressionistischen Bildhauerin Emy Roeder aus dem Jahr 1919 wurde mit 78 000 Euro sogar ein Weltrekord erzielt. Auch die beiden Tage zuvor mit Druckgrafik und Alter Kunst brachten gute Ergebnisse, so dass mit insgesamt über 4 Millionen Euro die 100. Versteigerung des vor 50 Jahren gegründeten Auktionshauses zum Jubiläumsgeschenk wurde. NK

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