Kultur : Robbie Williams

Diese Woche auf Platz 8 mit: „Radio“

Ralph Geisenhanslüke

Fünf Alben sind in den letzten fünf Wochen von null auf eins in die Charts eingestiegen. Nach Rammstein, Bryan Adams, Max Herre und R.E.M sind es diese Woche Die Toten Hosen. Nächste Woche, da muss man kein Prophet sein, werden die „Greatest Hits“ von Robbie Williams da oben stehen. Robbie sendet mal wieder auf allen Frequenzen. Die Single „Radio“ ist zwar auf Platz acht gefallen – aber wer kauft heute noch Singles? Andererseits: Wer kauft überhaupt noch CDs?

Gerade ist Williams’ zweite offizielle Biografie erschienen, die den britischen Revolverblättern wochenlang Stoff lieferte. Aber die schönste Geschichte ist die Idee, das neue Album auch als Speicherkarte zu verkaufen. Eine Speicherkarte, wie man sie für Kameras, Gameboys oder Handys benutzt – für 30 Pfund Sterling, was mit knapp 45 Euro ein fairer Preis für ein 1 Gigabyte Speicherkapazität ist. Die Musik und obendrauf noch ein paar Videos gibt es quasi gratis.

Die Zukunft des Musikmarktes ist mobil. Kein Wunder, dass sogar Rowohlt, der deutsche Verlag des Williams-Buches („Feel“), auf seiner Internet-Seite Klingeltöne verkauft. U2 werden für ihr kommendes Album eigene Klingeltöne mixen. Es soll auch ein U2-Modell des iPod geben, bei dem das neue Album gleich auf der Festplatte enthalten ist. Am Dienstag wollen Apple-Chef Steve Jobs und U2-Sänger Bono eine U2-Sonderedition des iPod vorstellen. Noch konsequenter ist da nur eine bislang unbekannte schwäbische Punk-Band namens Wizo, die ein Album auf USB-Stick veröffentlicht hat. Diesen Datenträger steckt man einfach in die entsprechende Buchse am Rechner.

Die Zeiten sind wohl nicht mehr fern, wo man fragt: Schon den neuen USB von Madonna gehört? Oder: Wie ist die neue Flash-Card von Anastacia? Das erinnert an einen Prospekt für Computerzubehör. Vielleicht wird es auch so klingen.

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