ROCK-ARBEITERBeatsteaks : Erster in der zweiten Reihe

Jörg W,er

Es ist immer wieder faszinierend, wenn eine Band auf die Überholspur ausschert und allen Unkenrufern den Stinkefinger zeigt. Die Beatsteaks galten lange als hoffnungsvolle, kompetente Gitarrenrocker, denen man aufgrund eines störrisch beibehaltenen Handicaps – deutsche Band singt auf Englisch – doch nur die handelsübliche Indiekarriere zutraute.

Doch vor ungefähr vier Jahren standen die Berliner plötzlich an der Schwelle zu etwas Größerem. Ihre bis dahin erschienenen Platten hatten sich ordentlich verkauft, konnten aber die phänomenale Live-Reputation der Band nicht bestätigen. Auf unermüdlichen Supporttouren für Spitzenverdiener wie Die Toten Hosen und Die Ärzte hatten die Beatsteaks nicht nur ihren Ruf als beeindruckende Bühnenberserker einem in Zehntausenden zählenden Publikum nahe gebracht, sondern auch an immer griffiger werdenden Songs gefeilt. Das gipfelte im 2004er-Erfolgsalbum „Smack Smash“, einer die Verkaufshitparade stürmenden, international konkurrenzfähigen Emocore-Produktion. Deren Mitgröhl-Hits wie „Hello Joe“ oder „Hand in Hand“ kondensierten das beste aus mehreren Gitarrenrock- Welten (The Clash, Bad Religion, Rage Against The Machine) zu einer eigenen, glücklicherweise unteutonischen Vision von Härte. Auch wenn die Beatsteaks mit ihrem kompromisslos rockenden Nachfolgealbum „.Limbo Messiah“ den Erfolg nicht ganz wiederholen können, finden sie sich auf den Ankündigungsplakaten für die großen Sommerfestivals spätestens in der zweiten Reihe – neben den White Stripes, vor Wir Sind Helden. Nicht schlecht für eine kleine Gitarrenband aus Berlin. Jörg Wunder

Kindl-Bühne Wuhlheide, Sa 7.7., 18.30 Uhr,

Restkarten an der Abendkasse

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben