Kultur : Rolf Brockschmidt

Lieblingsbuch

— Niels Brunse:

Die erstaunlichen Gerätschaften des Orffyreus. Roman. Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg. Luchterhand Literaturverlag, München 2007. 320 Seiten, 9 €.

Ein alternder Germanistikprofessor, eine junge Studentin und ein mysteriöses Manuskript aus einer geheimnisvollen Stadt in Mecklenburg-Vorpommern aus der Zeit der Aufklärung geben dem Leser dieses wunderbar spannenden Romans über Utopien, das Alter und die Liebe manches Rätsel auf – bis zum verblüffenden Ende.

Schnelles Vergnügen

— Pablos Ramos:
Der Ursprung der Traurigkeit. Roman. Aus dem Spanischen von Susanne Mende. Suhrkamp TB Verlag, Frankfurt a. M. 2007. 178 S., 7,50 €.

Ein wunderbares Debüt über das komische und rührende Ende einer Kindheit am Rande der argentinischen Hauptstadt. Ramos erzählt mit leichter Hand, Witz und Melancholie über eine Clique, die eines Tages auseinandergeht.

Klassiker

— Ferdinand Bordewijk:
Charakter. Roman von Vater und Sohn. Aus dem Niederländischen von Marlene Müller-Haas. Mit einem Nachwort von Cees Nooteboom. Verlag C.H.Beck, München 2007. 364 Seiten. 19,90 €.

Rotterdam in den dreißiger Jahren. Ein Mann will mit aller Macht nach oben, doch sein härtester Widersacher ist sein Vater. Welchen Preis hat der Erfolg, wie gehen berufliches und privates Glück zusammen? Bordewijks leicht ironischer Roman hat nichts an Aktualität verloren.

Augen- und Ohrenweide

— Nicolas Corier:
Indien von oben. Frederking & Thaler, München 2007. 192 Seiten. 177 Fotos. 39,90 €.

Nicolas Corier zeigt Indien aus spektakulärer Perspektive: An einem Lenkdrachen schwebt seine Kamera über den Stränden von Goa, den Palästen von Udaipur, dem Sonnenobservatorium von Jaipur oder dem Gewusel von Bombay – der Wind als Gehilfe des Fotografen.

Zum Schlauwerden

— Joris Luyendijk:
Wie im echten Leben. Von Bildern und Lügen in Zeiten des Krieges. Aus dem Niederländischen von Anne Middelhoek. Tropen Verlag, Berlin 2007. 256 Seiten, 19,80 €.

Der niederländische Journalist und Arabist Luyendijk hat von 1998 bis 2003 aus dem Nahen Osten für Zeitungen und Fernsehen berichtet und am eigenen Leib erfahren, wie die Berichterstattung manipuliert wird. Provokante Thesen über einen Medienkrieg, dessen Zeuge wir täglich am Bildschirm sind.

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