Kultur : "Rollstiefelchen": Über Hasen und Angsthasen

R.B.

Es gibt Hasen und Angsthasen, Fritz, genannt "Rollstiefelchen", ist zwar ein Hase, aber kein Angsthase. Er ist gehbehindert und braucht deswegen Stiefel mit Rollen und Krücken. Doch eigentlich mag er die blöden Stiefel nicht, aber er braucht sie. Eines Tages verirrt er sich im Wald, trifft dort auf einen großen Bären, der ihm mit einem Schlag die Stiefel in die Schlucht wirft. "Stiefel sind nichts für Hasen", lautet der lapidare Kommentar. Doch Fritz "Rollstiefelchen" ist nicht erschrocken, sondern zunächst erfreut, denn er hätte sich nicht getraut, die Stiefel wegzuwerfen. Der Bär wiederum ist erstaunt, dass Fritz keine Angst vor ihm hat. Und so trennen sich die Wege der beiden. Aber wie nun weiter - ohne Stiefel? Grégoire Soltareff hat mit seinem neuesten Bilderbuch "Rollstiefelchen" (Moritz Verlag, Frankfurt am Main 2000. 40 Seiten. 26,80 DM. Ab fünf Jahren) wieder eine ungewöhnliche Geschichte über die Mühen der Freundschaft geschrieben. Es ist nicht leicht Freunde zu finden, aber es ist noch schwerer, seine eigenen Vorurteile zu überwinden. Solotareff hat seinen Hasen mit einer Portion Selbstbewusstsein ausgestattet, die Kindern Mut macht. Und es zeigt sich, das der große Bär, der so unheimlich und mächtig aussieht, eigentlich gar nicht so schlimm ist. Es ist alles relativ. Wie immer schafft es Solotareff, durch die kühne Komposition seiner Bilder und deren starker Farbigkeit Kinder in den Bann zu ziehen.

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