Kultur : Rorty für Europa als „Weltpolizist“

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In der „Frankfurter Rundschau“ sagte der einflussreiche amerikanische Philosoph Richard Rorty, die USA seien moralisch nicht in der Lage, die Aufgabe eines „Weltpolizisten“ zu erfüllen. „Europa ist im Vergleich zu den USA moralisch fortgeschrittener, zivilisierter“, weil es einen Wohlfahrtsstaat und keine Todesstrafe habe. „Eine internationale Ordnung kann nur von Europa ausgehen.“ Rorty warf USPräsident Bush vor, von einem „religiös fanatisierten Messianismus“ angetrieben zu sein. Den Irak-Krieg bezeichnete der Philosoph als „schrecklichen Fehler“. Er sei von den Republikanern unter anderem geführt worden, um Bushs Wiederwahl zu sichern. „Keiner der Gründe, die der Öffentlichkeit präsentiert wurden, war überzeugend.“ Die Auswirkungen der Anschläge des 11.9. 2001 verglich er mit dem Reichstagsbrand. Er habe der US-Regierung die Macht gegeben, „fast alles zu tun, was sie will – mit der Entschuldigung, dass sie das Land vor dem Terrorismus retten will.“ dpa

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