Kultur : Rot-Grüne Außenpolitik: Neun Länder in einer Woche

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Außenminister Joschka Fischer (Grüne) nutzen die Parlamentsferien, um die deutschen Kontakte zu neun Ländern zu pflegen. Schröder startete am Samstag zu einer fünftägigen Reise in den Nahen Osten. Seine Antrittsreise in der Region, die ihn nach Israel, Ägypten, Libanon, Syrien und Jordanien führt, wurde in Regierungskreisen wegen der aktuellen Lage als sehr schwierig beschrieben. Es ist die erste Nahostreise eines deutschen Kanzlers seit 1995. Der Kanzler hatte seine Nahostreise am Samstag in Ägypten begonnen, wo er Präsident Husni Mubarak für dessen Vermittlung im Konflikt zwischen den Palästinensern und Israel dankte. Danach traf er den Generalsekretär der Arabischen Liga, Esmat Abdel Meguid. Nach dem Treffen mit Meguid kam Schröder mit dem ägyptischen Ministerpräsidenten Atef Obeid zusammen. Danach legte er den Grundstein für das künftige "Haus der Deutschen Industrie" und hilet eine Rede vor der deutsch-arabischen Industrie- und Handelskammer. Am Morgen hatte der Kanzler Kränze am Grab des Unbekannten Soldaten und des 1981 ermordeten ägyptischen Staatspräsidenten Anwar El Sadat niedergelegt.

Am Sonntagnachmittag reiste Schröder von Ägypten in die libanesische Hauptstadt Beirut. Dort wurde er vom Ministerpräsidenten Rafik Hariri begrüßt. Der Kanzler wollte nach Gesprächen mit Hariri mit Präsident Emile Lahoud zusammenkommen. Am Montag standen Treffen mit Spitzenpolitikern in Syrien und in Jordanien auf dem Programm. In Israel kommt er am Dienstag unter anderem mit Ministerpräsident Ehud Barak und Präsident Mosche Katzaw zusammen. Außerdem besucht er die Holocaust-Gedenkstätte Jad Waschem und das Grab des 1995 ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Jitzak Rabin. In Bethlehem ist für Mittwoch ein Treffen mit Palästinenser- Präsident Jassir Arafat vorgesehen.

Bundesaußenminister Joschka Fischer flog am Sonntagabend für fünf Tage zu Staatsbesuchen nach Asien. Er wollte Japan, Korea, Indonesien und Singapur besuchen. Fischer ist der erste Außenminister der Bundesrepublik, der die japanische Stadt Hiroshima besucht, die zum Ende des Zeiten Weltkrieges durch eine US-Atombombe zerstört wurde. Neben der Besichtigung des Atombomben-Museums steht dort eine Diskussion mit Jugendlichen über das Thema Versöhnung auf dem Programm. In allen Ländern wird Fischer auch Wirtschaftsgespräche führen.

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