Rowling-Pseudonym aufgedeckt : J.K. Rowling hat einen neuen Roman geschrieben

Sie wollte mal ohne Hype ein Buch veröffentlichen - und tat es unter Pseudonym: Seit April ist J.K.Rowlings Krimi "The Cuckoo's Calling" auf dem Markt. Die britische "Sunday Times" enthüllte, wer sich hinter dem Namen Robert Galbraith verbirgt.

Sie hat die Anonymität genossen, sagt Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, 47.
Sie hat die Anonymität genossen, sagt Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, 47.Foto: dpa

Es war, sagte Joanne K. Rowling, eine befreiende Erfahrung, Robert Galbraith zu sein: Seit April gibt es ein neues Buch der Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling auf dem englischen Markt, einen Krimi unter dem bezeichnenden Titel: „The Cuckoo's Calling“, "Der Kuckucksruf", allerdings unter anderem Namen. Wie die "Sunday Times" jetzt herausfand, steckt hinter dem Pseudonym Robert Galbraith die mit weltweit über 500 Millionen verkauften Harry-Potter-Romanen erfolgreichste Schriftstellerin der Gegenwart. Sie wollte, erklärte die 46-Jährige dem britischen Blatt, einmal etwas ohne den ganzen Hype und die Erwartungen veröffentlichen. "Es war ein pures Vergnügen, Kritiken und Feedback unter einem anderen Namen zu bekommen."

In dem Krimi geht es um den mysteriösen Tod eines Models im Londoner Nobelviertel Mayfair, das von einem verschneiten Balkon fällt. Der Fall wird von einem ehemaligen Kriegsveteranen namens Cormoran Strike untersucht, der inzwischen als Privatermittler arbeitet. Das Buch, das als Debütroman eines früheren Mitglieds der britischen Militärpolizei annonciert worden war, hatte in England gute Kritiken. Eine Zeitung lobte das "funkelnde Debüt", ein anderer Krimi-Autor schrieb, seit der Lektüre wisse er wieder, warum er dem Genre einfach nicht widerstehen könne. Allerdings verkaufte sich "The Cuckoo's Calling" eher schlecht . Nur 1500 gebundene Exemplare gingen über den Ladentisch, mit der "Entttarnung" dürften die Verkaufszahlen jetzt in die Höhe schnellen.

Zwei Linguisten bestätigten den Verdacht, dass Rowling hinter dem Pseudonym steckt

Die „Sunday Times“ war auf Joanne K. Rowling gekommen, weil sie und der vermeintliche Debütautor den gleichen Literaturagenten haben und den gleichen Verleger, David Shelley vom Verlag Little, Brown and Company. Außerdem fand man, dass der Krimi für einen Erstling erstaunlich gut geschrieben sei, auch fielen stilistische Ähnlichkeiten mit Rowlings erstem Erwachsenen-Roman auf: „The Casual Vacancy“ war im September 2012 zeitgleich unter dem Titel „Ein plötzlicher Todesfall“ auf Deutsch herausgekommen. Sie und „Todesfall“-Verleger Shelley seien gute Komplizen gewesen, sagte Rowling. Eigentlich hatte sie gehofft, dass die Anonymität länger gewahrt bleiben könnte..

Der nächste Krimi der Harry-Potter-Autorin ist schon fertig geschrieben

Nach Informationen der "Sunday Times" soll der nächste, bereits fertig geschriebene Cormoran-Strike-Krimi 2014 erscheinen - wieder unter dem Namen Galbraith. Auch andere berühmte Autoren nutzen Pseudonyme, etwa wenn sie Ausflüge ins Fach der Unterhaltungsliteratur unternehmen oder weil sie testen wollen, ob nur ihr Star-Name zu hohen Verkaufszahlen führt. So schreibt Stephen King unter anderem auch unter dem Pseudonym Richard Bachman (er wurde von einem Buchhändler enttarnt, nutzt den Namen aber weiter). Und der Schweizer Philosoph Peter Bieri verfasste als Pascal Mercier bereits vier Unterhaltungsromane. Sein bekanntester ist der inzwischen verfilmte "Nachtzug nach Lissabon". chp (mit dpa)

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