Kultur : Rückblick: Ausstellung: Für den Frieden

Gabriele Blome

Was verbindet Buddha, Konfuzius, Jesus, Moses und Muhammad? Religionen haben heute in interkulturellen Konfliktfällen weltweit verhängnisvollen Einfluss, und Menschen aller Religionen wissen viel zu wenig von den religösen und ethischen Traditionen der anderen. Diese Einsicht gab den Anstoß zu "Weltreligionen, Weltfrieden, Weltethos." Die auf den ersten Blick unscheinbare Ausstellung der Tübinger Stiftung Weltethos ist inhaltlich von aktueller Brisanz. Sie stellt die essenziellen Botschaften und Aussagen der sechs großen Religionen vor. Die Schau bildet den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen zu Ehren Hermann Hesses 125. Geburtstag. "Weltreligionen, Weltfrieden, Weltethos" in der Landesvertretung Baden-Württemberg (noch bis 25. Mai) will Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen zwischen den Religionen und den von ihnen postulierten Grundwerten aufzeigen.

Auf Ausstellungstafeln werden die zentralen Heiligen Texte der jeweiligen Religion zusammen mit knappen Beschreibungen und Porträts der Religionsstifter komprimiert dargestellt. Andere Tafeln dokumentieren die großen ethischen Prinzipien der Religionen und ihre, besonders für moderne, multiethnische Gesellschaften relevanten Botschaften: Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und Partnerschaft von Mann und Frau. Gemeinsam ist allen Religionen derselbe kategorische Imperativ, das elementare Grundprinzip der Menschlichkeit: "Tue nicht anderen, was du nicht willst, dass sie dir tun." Banal? Ganz und gar nicht. Hermann Hesse hatte bereits, nachdem er 1911 Indien bereiste, die Erkenntnis, "dass es in Europa wie in Asien, eine unterirdische, zeitlose Welt der Werte und des Geistes gab".

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