Kultur : Rückblick: Dauerwelle (Kabarett)

Denise Dismer

Das Leben ist einfach: Es gibt gute Tage, an denen liegt das Haar perfekt. Und schlechte, an denen ist die Frisur ruiniert. Sei es durch einen plötzlichen Sturz in den Swimming-pool oder eine Schlägerei - solche Situationen versetzen die Drei Engel für Ali (Regie: Andy Hallwaxx) in Todesangst. Ansonsten kann die drei Berliner Privatdetektivinnen nicht mal ein Mörder schrecken - und so machen sie sich an die Aufklärung des Mordes an Lollo Ferrari. War es ihre Tochter Blondie, hervorgegangen aus einer Affäre mit Edmund Stoiber? Oder das Zimmermädchen, wütend über das fehlende Trinkgeld, das Lollo nicht rechtzeitig zwischen ihren Riesenbrüsten hervorfischen konnte? Oder Blondies Geliebter Kohl? Und: Ist das Zimmermädchen überhaupt das Zimmermädchen oder die Lesbe aus dem Fahrradladen? Im BKA (bis 19. Mai, Mi-So + Mo 20. Mai, 20 Uhr 30) rekonstruieren die drei Engelchen den Tathergang bis ins Detail. Lollo wird zum Leben wiedererweckt, originalgetreu mit blonder Mähne, dicken Möpsen und einer riesigen Insektensonnenbrille. Auch Kohl ist wieder da - jung und schlank blafft er seine Geliebte Blondie an: "Ich habe mit dir gebumst obwohl du aussiehst wie Stoiber!" Soviel zum Thema Sex. Nach der Pause überschlagen sich die Ereignisse: Der Zuschauer erfährt, dass Butter das bessere Gleitmittel ist, Schläferinnen sich schnellsten auf den Weg nach Afghanistan machen müssen und die Tora-Bora Höhlen kein Kurort sind. Zugegeben, es wird ein wenig verwirrend. Doch trotzdem kann selbst der beste ARD-Tatort nicht mit der Teufelsberg Produktion mithalten. Denn dort fehlt ein Mann, denn die drei Engelchen wenigstens ab und an wieder an den Ort des Geschehens holen: Götz George - Schnauzer und Parka inklusive.

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