Kultur : Rückblick: Theater: Blut, Schweiß, Tränen

Denise Dismer

Das Fernsehbusiness ist hart. Skandale sorgen für hohe Zuschauerzahlen und deshalb gilt: "Vergewaltigung ist immer gut." Besonders natürlich, wenn sie von unappetitlichen Details gekennzeichnet ist, wenn "eine Frau während ihrer Periode im Suff vergewaltigt wird". So lauten die Überlegungen der Fernsehmacher in "Talkshow!". Felix Theissen präsentiert im Stuekke Theater den Moderator, der um seine Quote bangt und den skrupellosen Programmchef, der sich die Hände reibt (wieder 1. bis 3.2., 20 Uhr 30). Eine Solo-Performance, die die Mechanismen des Business mit viel Witz und Ironie nachzeichnet. Was zählt sind Blut, Schweiß und Tränen (Regie: Charles Lewinsky). Die Vergewaltigungsopfer, die samt eines Überraschungsgastes in die Live-Sendung eingeladen werden, unterteilen die Talkshow-Macher in drei Typen: Assuan (hört nach anfänglichem Zögern mit dem Reden gar nicht mehr auf), Niagara (plätschert im Gegensatz zum Typ Assuan von Anfang an) und Scheherazade (denkt sich alles nur aus, um in die Sendung zu kommen). Doch plötzlich überstrahlt grelles Licht die Bühne. Und dann kommt es in der Talkshow zum sensationellen und blutigen Show-down: live auf Sendung, hochdramatisch und garantiert nicht inszeniert.

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