Rückkehr : Deutsches Filmorchester spielt sich in Babelsberg warm

Sie sind wieder da - in ihrem alten neuen Gebäude. Die Musiker des Deutschen Filmorchesters Babelsberg stimmten heute bei ihrer ersten Probe im einstigen DDR-Rundfunkhaus an. Auf dem Programm stand schon Musik für eine Fernseh-Serie.

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Neue Musik in alten Räumen: Das Filmorchester Babelsberg meisterte seine erste Probe mit Bravour. -Foto: dpa

Potsdam Das Deutsche Filmorchester Babelsberg hat heute erstmals wieder in seinem alten Studio in Potsdam gespielt. Für die erste Probe des in Westeuropa einzigartigen Klangkörpers griff Generalmusikdirektor Manfred Rosenberg zum Taktstock, der auch die letzte Produktion des damaligen Defa-Sinfonieorchesters 1991 in Potsdam geleitet hat, wie Intendant Klaus-Peter Beyer sagte. Danach war der Aufnahmesaal in ein Mischatelier umgebaut und das Orchester entlassen worden. Nach Jahren im "Berliner Exil" kehrten die 65 Musiker in der vergangenen Woche in das Studio zurück, wo ihr Orchester schon seit 1930 Aufnahmen eingespielt hatte.

Musikbegleiter für TV-Produktionen

Ermöglicht wurde der Umbau des Studios A und der Umzug des Orchesters nach Angaben des Kulturministeriums durch eine Finanzspritze über 1,7 Millionen Euro von Bund und EU. Als erste Produktion stand an der neuen und alten Wirkungsstätte heute Musik für die ZDF-Serie "Kreuzfahrt ins Glück" an. Offiziell soll der Umzug erst im nächsten Jahr gefeiert werden - zum 90. Geburtstag des Orchesters. "Wenn alles mit der Technik reibungslos klappt", betonte Beyer.

Eine Auflösung wurde geschickt umgangen

Für das nächste Jahr sei das Orchester schon ausgebucht. Allein 86 Konzerte sowie rund 45 nationale und internationale Film- und TV-Produktionen stünden an, hinzu kämen CD-Einspielungen. Das 1918 gegründete Orchester hatte nach den Anfängen als Begleitung für große Ufa-Stummfilme um 1930 die ersten Tonfilme musikalisch untermalt. Zu DDR-Zeiten existierte der Klangkörper weiter, nach dem Mauerfall wurde er im Zuge der Privatisierung des Babelsberger Studiogeländes bei der Brandenburgischen Philharmonie "zwischengeparkt". Um eine Auflösung zu vermeiden, gründete Beyer das Ensemble 1993 unter dem Namen Deutsches Filmorchester Babelsberg neu. Dessen Heimat wurde - bis jetzt - das einstige DDR-Rundfunkhaus in Berlin. (liv/dpa)

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