Ruhrfestspiele Recklinghausen : Kunsthalle unter Wasser

Konzeptkünstlerin Magdalena Jetelova flutet die Recklinghäuser Kunsthalle mit 30.000 Litern Wasser. Das ist ihre Art, Räume neu zu definieren und Architektur zu "vermenschlichen".

Recklinghausen - Magdalena Jetelova bestreitet die Kunstausstellung der Ruhrfestspiele in Recklinghausen. Die 1946 in der Tschechoslowakei geborene Künstlerin inszeniert in der Kunsthalle der Festivalstadt mehrere überraschende "Raumerlebnisse", teilte Kunsthallendirektor Ferdinand Ullrich mit. Unter anderem will die seit 1985 in Deutschland lebende Künstlerin - die zunächst mit monumentalen Skulpturen aus Eichenstämmen bekannt geworden ist - das Erdgeschoss der Kunsthalle mit knapp 30.000 Litern Wasser fluten. Die Schau dauert vom 6.Mai bis 22. Juli.

In das rund zehn Zentimeter tiefe Wasser werde Magdalena Jetelova Texte projizieren, die bei leichten Wellen unleserlich werden und auch das ganze Gebäude "unsicher" erscheinen lassen, erklärte Ullrich. Ebenso soll eine Außenprojektion auf die Fassade der Kunsthalle das ganze Ausstellungshaus "wie bei einem Erdbeben in Schwingungen versetzen". In 16 riesigen Foto-Leuchtkästen stellt sie zudem ihre "Landschaftsinterventionen" mit Laserstrahlen vor.

Die Künstlerin, die an der Akademie der Bildenden Künst in München lehrt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden ist, möchte nach eigenem Bekunden durch die Neudefinition des Raumes "eine Art Vermenschlichung der Architektur erreichen". Damit solle auch in der Recklinghäuser Kunsthalle, die in einem alten Luftschutzbunker untergebracht ist, die "monumentale Form ad absurdum geführt" und Macht hinterfragt werden. (tso/dpa)

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