Kultur : Ruhrkampf: Castorf stimmt Kompromiss zu

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Frank Castorf hat im Rechtsstreit um seine Entlassung bei den Ruhrfestspielen das Schlichtungsangebot eines Schiedsgerichts angenommen. „Es wird 2006 und 2007 je eine Kooperation zwischen der Berliner Volksbühne und den Ruhrfestspielen geben und ein bestimmtes Gehalt wird weitergezahlt“, sagte Castorfs Anwalt Peter Raue. Über die Höhe des Jahresgehalts sei Stillschweigen vereinbart worden. Dem Vernehmen nach beträgt es jedoch 120 000 Euro. „Damit ist die Klappe zu, der Rechtsstreit ist vom Tisch“, sagte Raue. Castorf, im Hauptberuf Intendant der Berliner Volksbühne, ist derzeit in Chile auf Gastspielreise.

Die Ruhrfestspiele Recklinghausen wollten zunächst keine Stellungnahme abgeben. Erst werde man die offizielle Erklärung des entlassenen Intendanten abwarten, sagte eine FestivalSprecherin. Auch die Stadt Recklinghausen, zusammen mit dem DGB ein weiterer Gesellschafter, will sich zunächst nicht äußern. Nordrhein-Westfalens Kulturminister Michael Vesper, dessen Haus das Festival wesentlich mit trägt, ist dagegen „froh, dass diese unrühmliche Geschichte vorbei ist“. Er freue sich, dass Castorf, dessen künstlerische Qualifikation nicht zur Debatte gestanden habe, weiter bei den Ruhrfestspielen inszenieren könne. Die Gesellschafter der Ruhrfestspiele hatten Castorf im Frühsommer 2004 wegen massiven Zuschauerrückgangs nach nur einer Spielzeit und einer Inszenierung („Gier nach Gold“) entlassen. dpa

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