Kultur : Rund-Funker

F. H.

"Was wir wollen, ist Lebendigkeit!" Matthias Osterwold, der Leiter des neuen "Festivals für aktuelle Musik" hofft, dass Menschen aus allen Szenezirkeln der Stadt vom 7. - 17. März erst seine 32 Konzerte bevölkern und sich dann in der late lounge bei sophisticated soirées dem social hang-out hingeben. Wie drei Herren in schwarzen Anzügen bei der "Maerz-Musik"-Pressekonferenz in schönster Avantgardeprosa von dem bevorstehenden Ereignis schwärmen, wirkt jedoch genauso hip wie das Ambiente im Haus der Festspiele, wo die coolen Spätprogramme stattfinden werden. Bis zum Festivalstart soll der location allersdings Atmosphäre eingehaucht werden, verspricht Osterwold - außerdem suche man weiter nach Investoren, die die Neugestaltung der Foyers finanzieren mögen, fügt Festspielchef Joachim Sartorius hinzu.

Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei den Berliner Festspielen derzeit noch auseinander, doch die Motivation der Mitarbeiter stimmt zuversichtlich. Und die Programmauswahl auch: neben den Lounges mit elektronischer Musik und einem "Klavier solitär" betitelten Zyklus mit Stücken, die das Alleskönnerinstrument des 19. Jahrhunderts als Spiel-Zeug der Neuen Musik definieren, steht die Musik Chinas im Mittelpunkt: Konzerte im Universität-der-Künste-Gebäude in der Bundesallee stellen sowohl traditionelle Werke als auch Off-Szene-Kompositionen aus dem fernöstlichen Großreich vor. An einen verwunschenen Ort führt ein happening mit Musik von John Cage: Das Publikum darf erstmals wieder den brach liegenden Komplex des DDR-Rundfunks in der Nalepastraße in Besitz nehmen, um sich dort 12 Stunden lang die Musik des großen Experimentierers um die Ohren wehen zu lassen.

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