Kultur : Russland schließt Beutekunst-Tausch nicht aus

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Der Sekretär des russischen Behördenrates für Beutekunst, Anatoli Wilkow, schließt die Möglichkeit von Tauschgeschäften nach dem Abschluss einer Inventur nicht aus. „Aber das muss gesetzlich geregelt werden, und die Gesellschaft muss darüber entscheiden“, sagte er der „Thüringer Allgemeinen“. Eine Vereinbarung müsse zum Nutzen beider Seiten sein. Möglich seien auch Investitionen zur Unterstützung der Kultur in Gebieten, die im Krieg gelitten hätten. „Man muss den Dialog weiterführen und auf Forderungen der unverzüglichen Rückgabe verzichten“, sagte der Sekretär. Wilkow bezifferte die Zahl der nach dem Zweiten Weltkrieg aus Deutschland in die Sowjetunion gebrachten Kulturgüter auf 1,3 Millionen Bücher, rund 265 000 Archivdokumente und 247000 künstlerische Werke. In zwei Jahren solle eine vollständige Inventur abgeschlossen sein. Erst kürzlich hatte Kulturstaatsministerin Christina Weiss bei einem Besuch in Russland die deutsche Unzufriedenheit über den Stillstand bei den „Beutekunst“Gesprächen deutlich zum Ausdruck gebracht und dabei von russischer „Hinhaltetaktik“ gesprochen. dpa

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