Kultur : Sachsens Regierung: Keine Aufspaltung der Dresdner Museen

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Aufgeschreckt von einem Bericht der „FAZ“ vom Vortag, hat sich die sächsische Landesregierung am gestrigen Sonntag erstmals zu den seit längerem kursierenden Gerüchten geäußert, sie wolle die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden aufspalten und insbesondere die Antikensammlung nach Chemnitz verlagern (siehe Tagesspiegel vom 6. Juni). Die Staatskanzlei erklärte dpa zufolge, es sei „nicht beabsichtigt, Museen oder Ausstellungen aus Dresden in andere Städte des Freistaats zu verlagern – mit Ausnahme des Museums für Vor und Frühgeschichte.“ Dieses Haus zählt nicht zum Verbund der Staatlichen Kunstsammlungen.

Eine beim Kulturministerium eingerichtete Arbeitsgruppe hatte am vergangenen Dienstag eine Bestandsanalyse vorgelegt, auf deren Basis organisatorische Maßnahmen erarbeitet werden sollen. Es gebe „keinerlei Vorfestlegungen“, hatte Kulturminister Rößler bei der Vorlage seiner „Ist-Stand-Analyse“ betont. Insbesondere liege noch kein Konzept für das vom Kabinett bereits beschlossene „Haus der Archäologie“ in Chemnitz vor. Die Dresdner Antikensammlung jedenfalls – so jetzt die Staatskanzlei – solle „weder zerrissen noch nach Chemnitz verlagert“ werden.

Doch dürfte die Verlagerung der Dresdner Antiken nach den von Ministerpräsident Milbradt angeregten Planspielen seiner Staatskanzlei, zu denen sich der darin offenbar nicht einbezogene Minister Rößler bislang nur ausweichend äußern mochte, lediglich Teil einer umfassenden Reorganisation der sächsischen Museen sein. Künftig sollen die Dresdner Museen auf Anforderung Objekte an andere Städte abgeben müssen. BS

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