Kultur : Salons, Listen, Previews und ein Forum Ausblick auf die Berliner Kunstmessen

Katrin Wittneven

Im Grunde kann man sich kaum vorstellen, dass es aktuelle zeitgenössische Kunst gibt, die nicht auf einer der vier Berliner Kunstmessen gezeigt wird. Denn auch in diesem Jahr werden das Art Forum Berlin, die Preview Berlin, die Berliner Liste und der Berliner Kunstsalon Ende des Monats fast zeitgleich eröffnen. Und obwohl die letztgenannten die wesentlich kleineren Geschwister des in seinem 11. Jahr flügge gewordenen Art Forums sind, klingen die Profile der Messen erstaunlich ähnlich: Jede möchte eine „Entdeckermesse sein“, eine „Plattform für aktuelle Positionen“ bieten und beschwört die gestiegene Internationalität, das hohe Niveau und die eigene Vitalität.

Die Mitteilungen tragen bisweilen seltsame – und schwer nachweisbare – Blüten: So informiert der Kunstsalon (www.berlinerkunstsalon.de) darüber, dass er bei seiner Premiere im Jahr 2004 über die Presse mehr als zwei Millionen Einzelpersonen erreicht hat. Immerhin kann die von Edmund Piper organisierte Messe mit rund 40 Galerien, Projekten und Künstlernetzwerken allen Streitigkeiten der letzen Wochen zum Trotz nun doch in der Arena stattfinden. Auch die Konkurrenten schicken gerne Zahlen: Die Preview (www.previewberlin.de) hat ihre Ausstellungsfläche in der Backfabrik um 450 Quadratmeter auf nunmehr 3500 Quadratmeter vergrößert und bringt dort 53 Galerien unter, während die Berliner Liste (www.berliner-liste.org) auf 2300 Quadratmetern im Umspannwerk und der neu hinzugewonnenen Turbinenhalle des ehemaligen Vitra-Design-Museums 42 Galerien platzieren will.

Letztlich aber hängen alle Messen an dem, was zu sehen ist. Und mit der Teilnehmerliste des Art Forums (www.art-forum-berlin.de) können es nur wenige große internationale Messen aufnehmen. Zu den 121 für die lichten Ermisch-Hallen unter dem Funkturm ausjurierten Galerien zählen viele Berliner Teilnehmer, doch mehr als die Hälfte der Aussteller kommt aus dem Ausland. Darunter sind 13 Galerien aus den USA, je sechs aus Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden. Zu den Neuteilnehmern zählen Sorcha Dallas (Glasgow), Christopher Grimes (Los Angeles), The Breeder (Athen), Art:Concept (Paris), Tim van Laere (Antwerpen) und Max Wigram (London). Wieder dabei sind Galeriegrößen wie Helga de Alvear (Madrid), Thaddaeus Ropac (Paris / Salzburg) und Nina Menocal (Mexico City) sowie Geheimtipps wie Van Horn aus Düsseldorf. Die Messe (30. September bis 4. Oktober, Vernissage 29. September) wird von einem Diskussionsprogramm und der von Friederike Nymphius kuratierten Sonderausstellung „Big City Lab“ begleitet, die sich mit dem Mythos Großstadt auseinandersetzt.

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