Kultur : Samba des Lebens

Ein Land im Wandel: brasilianische Kurzfilme in der FilmbühneNachdem "Central do Brazil" auf der Berlinale den Goldenen Bären gewonnen hat, ist das Interesse am brasilianischen Film stark gewachsen.Nicht ohne Berechtigung.Denn Filme aus Brasilien sind Spiegel einer Gesellschaft, die sich in einem schwierigen Aufbruch befindet.Das dokumentiert auch eine Kurzfilmreihe aus Rio de Janeiro, die vom 23.bis 29.April unter dem Titel Cinema do Rio in der Filmbühne am Steinplatz zu sehen ist.Die Beiträge beschäftigen sich neben traditionellen Themen, wie Samba und Carneval, mit den sozialen Problemen des Schwellenlandes und den Konflikten, die sich zwischen einer extrem reichen und einer vollkommen mittellosen Bevölkerungsschicht entwickeln. So beeindruckt Sérgio Blochs halbstündiger Film "Burro-sem-rabo" über Menschen, die vom Abfall auf der Straße leben, einsammeln, was die Metropole ausspuckt, um es an Recycling-Betriebe weiterzuverkaufen.Sie bilden mitlerweile einen eigenständigen Industriezweig und sind doch bislang unbeachtet geblieben, weil der Müll ihr Überleben sichert, nicht aber einen sozialen Aufstieg verspricht.Miguel Przewodowskis "Dois na Chuva" handelt von der überraschenden Begegnung einer jungen Frau aus der Mittelklasse mit einem unerfahrenen Dieb.In vier entsetzlichen Stunden erlebt sie Augenblicke, die sie ihr Leben lang nicht wieder vergessen wird.Von schwierigen Beziehungen erzählen auch "Amar" von Carlos Gregório und "Decisao" von Lella Hipólito, der auf dem interntionalen Filmfestival im brasilianischen Granada gefeiert wurde und in vier Kategorien Preise erhielt.Er veranschaulicht das Drama einer gescheiterten Liebesbeziehung, die in gegenseitigen Interessen gipfelt.Alle Filme werden in der portugiesischen Orginalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt. KM

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