Kultur : Sammlung Falckenberg will nach Berlin

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Die heute beginnende Berliner Kunstmesse Art Forum ist nicht nur Umschlagplatz für Galerieware, sondern auch für Gerüchte. Pünktlich zur Eröffnung wird nun bekannt, dass der Hamburger Sammler Harald Falckenberg, der über 1600 Arbeiten und Werkgruppen zeitgenössischer Kunst besitzt, nach Berlin strebt und darüber seit Jahren mit dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz verhandelt.

Seit 2003 laufen Gespräche, sie kamen nicht voran, weil Falckenberg keinesfalls im Hamburger Bahnhof einziehen wollte – als Puffer zwischen den Sammlungen von Erich Marx und Christian Friedrich Flick, wie er befürchtet. Die von Generaldirektor Peter Klaus Schuster geplante Konzentration moderner Kunst am Kulturforum, wohin sich Falckenberg seine spektakulären Werkgruppen von Jonathan Meese oder John Bock gewünscht hatte, ist ungewiss, da ihr eine komplette Verlegung der Gemäldegalerie auf die Museumsinsel vorauszugehen hätte.

Nachdem Falckenberg nun die Phoenix-Hallen in Hamburg-Harburg, in denen seine Sammlung zu besichtigen ist, käuflich erwerben kann und damit der Verbleib seiner Sammlung in Hamburg gesichert ist, hat Berlin ohnehin das Nachsehen. Das Gründungskapital einer gleichzeitig geplanten Stiftung will der Sammler über den Verkauf von Kunst besorgen. Berlin bleibt damit für ihn zumindest als Käufer interessant, auch wenn es nicht mehr um hundert Arbeiten, sondern nur einen Bruchteil geht. Im Gegenzug winkt den Staatlichen Museen eine Schenkung. Der Köder ist ausgelegt. NK

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