Sanierung : Prominente kämpfen für Erhalt des Staatsopersaals

Zahlreiche Künstler und Prominente wie die Opernsänger Theo Adam und Peter Schreier haben in einem öffentlichen Appell vor der "Zerstörung" des alten Zuschauersaals der Berliner Staatsoper gewarnt. Nun liegt die Entscheidung bei Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit.

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Zuschauerraum der Staatsoper: Der historische Saal soll einer kompletten Neugestaltung weichen. -Foto: Mike Wolff

BerlinDie Lindenoper verfüge über einen der schönsten Zuschauersäle Europas, "eine Schöpfung von historischem Rang", die nicht vernichtet werden dürfe, heißt es in einem am Mittwoch von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse im Namen von 16 weiteren Unterzeichnern veröffentlichten Appell. Sie fordern ein Veto der Berliner Kulturverwaltung und "das Eingreifen des Regierenden Bürgermeisters" Klaus Wowereit (SPD).

Im Zusammenhang mit der geplanten Grundsanierung der historischen Staatsoper hatte eine Jury den Architekturentwurf von Klaus Roth preisgekrönt, der den Zuschauerraum völlig neu gestaltet und alle Spuren von Barock und Rokoko tilgen will. Das hatte einen heftigen Streit in der Öffentlichkeit und ein leidenschaftliches Pro und Contra auch quer durch die Parteien und Parlamentsfraktionen ausgelöst. Chefdirigent Daniel Barenboim hatte sich bisher für einen total neuen Zuschauersaal ausgesprochen.

Der Appell ist unter anderm auch von TV-Moderator Alfred Biolek, dem früheren DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière, der Schriftstellerin Monika Maron, dem Sänger Max Raabe, dem früheren Berliner Senatsbaudirektor Hans Stimmann, dem Präsidenten der Berliner Humboldt-Universität, Christoph Markschies und dem früheren Intendanten der Berliner Festspiele, Ulrich Eckhardt, unterzeichnet. Das letzte Wort liegt beim Regierenden Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit. Die Entscheidung soll noch bis Mitte Juli fallen. (imo/dpa)

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