Kultur : Sansal ruft den Westen um Hilfe an

Die Demokratiebewegung in den arabischen Ländern hat nach Ansicht des Friedenspreisträgers des Deutschen Buchhandels, Boualem Sansal, ohne Unterstützung vom Westen keine Chance. „Ich bin ziemlich pessimistisch“, sagte der algerische Schriftsteller am Freitag auf der Frankfurter Buchmesse. Die Gefahr sei groß, dass die Demokratiebewegung zwischen den Militärs und den Islamisten – den beiden zentralen politischen Akteuren der Maghreb-Länder – zerrieben werde. Sansal forderte ein striktes Waffenexportverbot und einen Entzug der wirtschaftlichen Hilfe für die „Diktaturen“ in den nordafrikanischen Ländern. Der algerische Regimekritiker wird den mit 25 000 Euro dotierten Friedenspreis am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche entgegennehmen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels will damit ein Zeichen für die Demokratiebewegung in Nordafrika setzen. Ein wirklicher Wandel in den Maghreb-Staaten könne nur von innen erfolgen, sagte Sansal. Dazu müssten auch die autoritär-archaischen Strukturen in den Stämmen und Familien aufgebrochen werden. „Wir müssen uns ändern“, verlangte der 61-Jährige, der weiterhin in seiner algerischen Heimat lebt. dpa

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