Kultur : Sasha Waltz & Co. bauen neues Zentrum Berlins

„Radialsystem“ eröffnet im September

-

Am Ufer der Spree, in der Nähe des Ostbahnhofs, entsteht ein neues Kunstzentrum. Der Name „Radialsystem“ geht auf ein altes Pumpwerk zurück, das der Architekt Gerhard Spangenberg um- und überbaut. Die Eröffnung ist bereits für den 9. September 2006 geplant, mit einer Uraufführung zahlreicher an dem Multimedia-Projekt beteiligten Künstler.

Dazu gehören die Choreografen William Forsythe und Sasha Waltz, sie ist gleichzeitig Vorsitzende des künstlerischen Kuratoriums der „Stiftung Radialsystem“. Initiiert wurde der Komplex von Jochen Sandig und Folkert Uhde. Die beiden sind geschäftsführende Gesellschafter. Im Stiftungsbeirat sitzen die Berliner Unternehmerin Carola Mösch, Cornel Franz von der Bayerischen Theaterakademie und der Musikmanager Tilman Harckensee.

Sandig und Uhde haben zusammen das Opernprojekt „Dido & Aeneas“ von Sasha Waltz produziert. Auch die Berliner Staatsoper , wo „Dido & Aeneas“ mit großem Erfolg lief, soll sich an dem neuen Projekt beteiligen. Sandig begann als Kulturmanager in Berlin im Tacheles, baute die Sophiensäle auf und war bis zum Exodus des Tanzes aus der Schaubühne dort zusammen mit Sasha Waltz in der Künstlerischen Leitung.

Es geht den Initiatoren um „neue Formen und Konzepte für innovatives Musiktheater, zeitgenössischen Tanz und Ausstellungen“. Dahinter steht die Idee einer Art „Akademie“ als Forum für Wissen und Kunst. Folkert Uhde veranstaltet in Berlin das Festival „Zeitfenster – Biennale Alter Musik.“

Im „Radialsystem“ wird es zwei Hallen, vier Studios, eine Lounge und Büros geben. Die Gesamtfläche umfasst 2500 Quadratmeter. Es ist ein privatwirtschaftliches Projekt. Die Kosten für Sanierung und Neubau am Pumpwerk belaufen sich auf 8 Millionen Euro, die von der Telamon Vermögensverwaltung Bochum aufgebracht werden. Radialsystem hat einen langfristigen Mietvertrag mit dem Investor abgeschlossen. Eigenveranstaltungen, Gastronomie und Fremdvermietung sollen das neue „Kreativzentrum“ zwischen Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg finanzieren. In der Nachbarschaft haben sich bereits MTV und Universal Music niedergelassen. Architekt Spangenberg hat in der hauptstadt u. a. das Domizil der „taz“ in der Kochstraße und die Treptowers der Allianz gebaut. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar