Satellitenmesse : Sprungbereit: The Young Art Fair

Jung, attraktiv, preiswert: Seit ihrer Gründung 1996 als erste Satellitenmesse weltweit gilt die "Liste – The Young Art Fair" in Basel als Talentschmiede für junge Künstler und Galerien, die später oft den Sprung auf die Art Basel schaffen.

Nicole Büsing / Heiko Klaas

Messedirektor Peter Bläuer verteidigt seine strengen Aufnahmebedingungen. Dak ihrer stimmte die Mischung jedes Jahr, und auch Topsammler wie die Rubells aus Miami machten gleich zur Preview ihre Aufwartung. 64 Galerien aus 24 Ländern verteilen sich diesmal in der ehemaligen Warteck-Brauerei unweit der Art Basel. Mehr Galerien will Bläuer nicht. „Das würde auf Kosten der Qualität gehen“, sagt er. „Es gibt zwar jedes Jahr viele Galerienneugründungen weltweit, aber es sind nicht alle sofort auch gut."

Immer wieder bietet die Liste Galerien aus Ländern ohne veritable Szene eine Chance zum ersten Messeauftritt in Basel, beispielsweise aus Osteuropa. In diesem Jahr sind Mihail aus Rumänien, Kisterem aus Ungarn sowie Tulips & Roses aus Vilnius dabei. Letztere teilen sich einen Raum mit Croy Nielsen aus Berlin. Croy Nielsen hat Fotografien von Roman Schramm im Angebot. Zu sehen sind Mobilés aus metallenen Modellbausätzen für technikverliebte Jungs, mit deren kühler Werbeästhetik der Fotograf die gesellschaftliche Inszenierung von Männlichkeit hinterfragt. Die beiden Aufnahmen „Hello Boys! (Erector Set Mobile # 1 and 2)“ sind in Basel schon für 1200 Euro zu haben (Auflage fünf). Mit insgesamt sechs Galerien bildet Berlin einen großen Block im Teilnehmerfeld. Angereist sind neben Croy Nielsen noch Circus, Tanya Leighton, Peres Projects, Micky Schubert und Sommer & Kohl.

Über die Wettsteinbrücke Richtung Bahnhof SBB bewegt sich der Kunsttross zur Volta Show, die seit fünf Jahren besteht, doch schon zwei Mal ihre Adresse gewechselt hat. Die sehr international ausgerichtete Volta 5 findet in der 1929 errichteten ehemaligen Markthalle statt. 2008 war hier noch die Design Miami Basel untergebracht. Die Messe streckt ihre Fühler bis nach Thailand, China und Brasilien aus. 110 Galerien aus 29 Ländern präsentieren sich in dem historischen Kuppelgebäude. Aus Berlin sind neben Messegründer Friedrich Loock außerdem Kuttner Siebert, Jarmuschek + Partner, Galerie Metro, Hamish Morrison und Magnus Müller dabei.

Sönke Müller zeigte sich zufrieden mit der Resonanz auf seine Solopräsentation von Chris Larson. Sowohl internationale Museen als auch Privatsammler erwarben Fotoarbeiten und Zeichnungen des für seine schaurig-frostigen Inszenierungen bekannten 43-jährigen Amerikaners, dessen Werk sich mit kunsthistorisch aufgeladenen Maschinenkonstrukten aus Holz und anderen Materialien beschäftigt. Für Sönke Müller könnte sich die Volta Show sogar noch steigern: „In diesem Jahr ist es phasenweise doch recht ruhig, obwohl die meisten wichtigen Sammler vorbeigekommen sind.“ Vielleicht kommen die Großkäufer am letzten Tag. Nicole Büsing / Heiko Klaas

Liste 09. The Young Art Fair in Basel, bis 14. Juni, Katalog 15 CHF, www.liste.ch; Volta 5, bis 13. Juni, Katalog 15 CHF, www.voltashow.com

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