Kultur : SATIRE

Schröders wunderbare Welt

Kerstin Decker

„Schultze gets the Blues“ war ein Debütfilm, aber er hatte die Sicherheit und die Tiefe eines Spätwerks: eine Tragödie, die aussah wie eine Komödie – eine Komödie, die aussah wie eine Tragödie. In Michael Schorrs zweitem Langspielfilm kommt nun Schröder statt Schultze. Wieder so ein leicht unterprivilegierter Typ aus einer leicht unterprivilegierten Landschaft im Osten. Vielleicht war diese Anlehnung nicht gut. Auch wenn Schröder nicht wie Schultze nach Amerika auswandert, sondern gewissermaßen von dort kommt. Zumindest der Großinvestor, mit dem er ein Tropenparadies in der Provinz errichten will. Schorr holt hiermit seinen Anfängerfilm nach. Er ahmt sich selbst nach. Was in „Schultze“ lapidar war, wirkt hier gewollt lapidar. Fast jede Szene scheint neben sich zu stehen, und immer denkt man: Mein Gott, das hätte er doch sehen müssen! Gewollt. Kerstin Decker

„Schröders wunderbare Welt“, D/PL/Tschechien 2006, R: Michael Schorr, D: Peter Schneider, Kar-Fred Müller, Gitta Schweighöfer

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