Irrer Demokratie-Wahnsinn! : Bundesprüfstelle indiziert Jungwähler-TV

Immer neue Fernsehformate, die versuchen, schwierige politische Sachverhalte für den dööfstmöglichen Jungwähler runterzubrechen? Diesem Genre will bald eine Bundesprüfstelle den Kampf ansagen.

Dumm, dümmer, pseudo-jugendliche Wahlsendungen! Mit immer alberneren Methoden (Abbildung ähnlich) versuchen die Fernsehsender auch noch die dööfsten an die Wahlurne zu bringen. Damit soll jetzt schluss sein.
Dumm, dümmer, pseudo-jugendliche Wahlsendungen! Mit immer alberneren Methoden (Abbildung ähnlich) versuchen die Fernsehsender auch...Foto: dpa

Bräsige Jugendliche und ebenso bräsige pseudojugendliche Moderatoren, die genervte Politprofis und Millionen von Fernsehzuschauern mit ihrer eitel zur Schau gestellten Dummheit foltern – damit dürfte spätestens im nächsten Bundestagswahlkampf Schluss sein. Wie der Wahnsinn! von einer Toilettenkraft aus dem Bundesfamilienministerium erfuhr, plant die Bundesregierung die umgehende Schaffung einer „Bundesprüfstelle für unterkomplexe Medienopferbespaßung“ (kurz „BuMs“).

 Damit soll auf die zunehmende Idiotisierung der Politberichterstattung vor Wahlen reagiert werden. „Es ist ja nun wirklich unerträglich, wie der verzweifelte Versuch, früh verkorkste Vollpfosten irgendwie an die Urne zu bringen, zu einer allgemeinen Crétinisierung des politischen Diskurses führt“, so ein Sprecher der Kraft auf Nachfrage. In Zukunft sollen inhaltlich wertlose interaktive Eierspielereien  ebenso verboten werden wie die Unsitte, „das dümmstmögliche Boah-kein-Bock-die-tragen-ja-alle-Anzüge-und-benutzen-lateinische-Wörter-Huhn auf uncoole, aber großteils doch wackere Arbeiter im Weinberg der Demokratie loszulassen“. Konkrete Beispiele für zukünftig zu indizierende Formate seien dabei bei Privatsendern ebenso zu finden wie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. So hätte neben der dummdreisten Pro-7-Reihe „Task Force Berlin“ auch der WDR-Internetschmonz „#waszurwahl“ den Ausschlag für die bevorstehende Schaffung der Stelle gegeben.

 Mit ihr möchte die Bundesregierung vor allem eine nachhaltige Nachhaltigkeit sichern. Denn: „Wenn das so weitergeht und in jeder Talkshow statt einer halbwegs normalbegabten Mathe-Olympionikin immer nur die kaugummikauende  Stufen-Trutsche vom Carl-Arsch-Gymnasium Jungvolkes Stimme spielt und via Twitter-Tussi auch noch ständig irgendwelche Netztrolle reingrätschen, müssen die Politiker ja denken, sie regieren ein Land, in dem in 20 Jahren eh nur noch Teletubbies leben.“ Mangelnde Haushaltsdisziplin und ein wachsendes Desinteresse in Fragen langfristiger Rentensicherung und umfassender Generationengerechtigkeit seien die unweigerliche Folge.

 Auf die Nachfrage zur Nachfrage, was denn nun eigentlich „Crétinisierung“ bedeute, reagierte der Sprecher mit einem „Quad irrt um Demonstrant rum“ – oder so ähnlich. (bom)

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