Schauspieler Danny DeVito wird 70 : Das Rumpelstilzchen

Er ist einer der Fleißigsten in Hollywood: Schauspieler, Regisseur und Produzent Danny DeVito. Zum 70. blicken wir noch einmal zurück auf seine besten Rollen.

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Danny DeVito.
Kleiner Mann ganz groß: Danny DeVito.Foto: dpa

Seit 44 Jahren steht Danny DeVito als Schauspieler vor der Kamera und auf der Bühne, als Regisseur neben der Kamera oder als Produzent hinter seinen Filmen. Er ist – keine Übertreibung – einer der Fleißigsten in Hollywood. Vielleicht musste der in New Jersey geborene Sohn italienischstämmiger Amerikaner fleißig und vor allem vielseitig sein, weil er klein ist, denn das ist keine gute Ausgangsbedingung für einen Schauspieler.

Während seiner Ausbildung an der New Yorker American Academy of Dramatic Arts in den sechziger Jahren ergatterte DeVito erste Filmrollen, aber er wollte ganz schnell ganz viel: Der Film reichte ihm nicht, bald stand er auch auf Off-Broadway-Bühnen, und 1975 war er bereits an der Seite des ebenfalls aufstrebenden Jack Nicholson in „Einer flog über das Kuckucksnest“ zu sehen. DeVito spielte einen der Insassen einer psychiatrischen Anstalt, die den Aufstand proben – zu einer Zeit, als seine Altersgenossen das auf der ganzen Welt in der Realität taten. Der Film machte Jack Nicholson zum Star, aber Danny DeVito musste sich vorerst weiter mit Nebenrollen in Spielfilm und im Fernsehen begnügen.

Danny Devito gab in "Batmans Rückkehr" den grotesken Pinguin

Drei Jahre später schaffte er doch noch den Durchbruch, zunächst auf nationaler Ebene: In der Sitcom-Serie „Taxi“, die von 1978 an fünf Jahre lief, war DeVito der politisch unkorrekte, unausstehliche Disponent einer New Yorker Taxi-Firma, der von seinem drahtverkleideten Verschlag aus die Fahrer tyrannisiert. DeVito gab dem Affen ordentlich Zucker und agierte auf sprachlicher und körperlicher Ebene äußerst ordinär – als kleinbürgerliches Rumpelstilzchen unter lauter Künstlern und Intellektuellen, die „nebenbei“ Taxi fahren.

Aber erst in den späten Achtzigern nahm DeVitos Karriere auch international richtig Fahrt auf, da bereicherte er als grotesker Pinguin und Gegenspieler Batmans in „Batmans Rückkehr“ (1992) die Filmgeschichte um einen ihrer ausgeprägtesten Bösewichte. Auch als Regisseur etwa des Scheidungsdramas „Der Rosenkrieg“ (1989) und der Gewerkschafterbiografie „Jimmy Hoffa“ (1991) feierte DeVito Erfolge. Und weder er noch seine Ehefrau im realen Leben, Rhea Perlman, hatten in seiner Inszenierung „Matilda“ (1996) Angst davor, ein wirklich ekelhaftes Elternpaar eines kleinen Mädchens zu spielen, das zur Strafe übersinnliche Fähigkeiten entwickelt.

Kleiner Schurke: übersehen und unterschätzt

Danny DeVito, mit den Jahren etwas rundlicher geworden, war am besten in Schurkenrollen, die sich erst nach und nach als solche entpuppen, weil seine Gegenspieler ihn leicht übersehen und unterschätzen. Wenn er aber richtig aufdreht, ist er von leinwandsprengender Präsenz und Bedrohlichkeit, und auch Zynismus – als Skandalreporter in der großartigen Film-noir-Hommage „L.A. Confidential“ (1997) oder der Grisham-Adaption „Der Regenmacher“ (1997) – kann er gut.

Alles in allem ist DeVito ein Star der neunziger Jahre, die mit einer Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Film für ihn endeten: Er war Ko-Produzent des hoch gelobten Julia-Roberts-Films „Erin Brockovich“ (2000). Nicht dass er danach zu arbeiten aufgehört hätte; 120 Titel umfasst derzeit allein seine Schauspieler-Filmografie. Es bleibt also die Hoffnung auf einen Oscar fürs Lebenswerk, und die hätte der umtriebige Mann, der heute seinen 70. Geburtstag feiert, unbedingt verdient.

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