Schauspielergewerkschaft : Erneuter Streik in Hollywood zunächst verschoben

Nach den Drehbuchautoren wollen nun auch die Schauspieler für mehr Geld streiken. Doch nach internen Differenzen ist der Streik erst einmal verschoben worden. Stars wie Tom Hanks hatten sich wegen der wirtschaftlichen Lage gegen einen Ausstand ausgesprochen.

New York/Los AngelesNach dem Protest von Hollywoodstars wie Tom Hanks, Robert Redford und George Clooney hat die US-Schauspielergewerkschaft SAG die Abstimmung über einen neuen Streik in der Traumfabrik aufgeschoben. Einem Bericht der "Los Angeles Times" zufolge erklärte die Gewerkschaftsspitze, sie wolle zunächst eine Sondersitzung des Vorstands einberufen.

Ursprünglich sollten die 120.000 Mitglieder vom 2. Januar an über einen möglichen Arbeitskampf abstimmen. Die Pläne stießen jedoch intern auf teils massiven Protest. Tom Hanks etwa, der gemeinsam mit 130 prominenten Kollegen einen Protestbrief unterzeichnete, warnte mit Blick auf die ohnedies schwierige wirtschaftliche Lage vor den Auswirkungen eines Ausstands.

Vertrag lief bereits im Juli aus

Angesichts der Differenzen brauche man mehr Zeit für die Aufklärung der Mitglieder, erklärte SAG-Geschäftsführer Doug Allen. Nun soll der Vorstand am 12. Januar über das weitere Vorgehen entscheiden. Ein Streik müsste von mindestens 75 Prozent der abstimmenden Mitglieder unterstützt werden.

Der Arbeitsvertrag der Filmschauspieler mit den Studios ist bereits im Juli ausgelaufen. Die Gespräche über eine Verlängerung stecken seit Monaten in der Sackgasse. Die Schauspieler fordern vor allem mehr Geld bei der Weiterverwertung ihrer Arbeiten im Internet und auf DVDs.

Im vergangenen Jahr hatte ein 100-Tage-Streik der Drehbuchautoren Hollywood wochenlang lahmgelegt und geschätzte Einbußen von 2,5 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) verursacht. (jg/dpa)

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